Wir Durchschnittlichen mit Kind

So lebt die durchschnittliche deutsche Familie mit Kind

Sie heißt vermutlich Meier, Müller oder Schmidt. Nennen wir sie Müller, dann gibt es mit der Schreibweise kein Problem. Müllers also. Lernen wir sie doch mal kennen: Herr und Frau Müller sind brave Durchschnittseltern, haben 1,39 Kinder und wohnen am Stadtrand, mit 2 Schlafzimmern, Bad, Wohnzimmer und einer Küche. Morgens nach dem Aufstehen treffen sich alle Familienmitglieder in genau dieser Küche, wenigstens will die Werbung uns das immer noch suggerieren. Vater, Mutter, und Sohn. Ja, Sohn, davon gibt es etwas mehr. Aber egal, in welcher Reihenfolge sie in die Küche schlendern: Die Durchschnittsfamilie mit Kind hat in ihrer Küche eine Spülmaschine und eine Mikrowelle stehen. Ein bisschen Durchschnittsangst vor dem Mikrowellenofen bleibt, aber das Gerät ist einfach zu praktisch.

Die Kinderzahl pro Elternpaar ist gemächlich am Ansteigen – wir Deutschen waren auch schonmal unter 1,39. Und auch sonst geht es langsam nach oben. Eine alte Messgröße für das Wirtschaftswachstum ist die Größe der Durchschnittsfernseher, und  – hey! – die Neugeräte sind hier mittlerweile bei beachtlichen 46 Zoll angekommen.

Fernseher und Medien

Das Fernsehgerät der Müllers ist etwas älter. Es ist gerade noch ein Röhrenfernseher, vor sechs bis acht Jahren gekauft. Um sicherzustellen, dass genug Kanäle empfangen werden, hängt er an einer Satellitenschüssel. Die steht entweder auf dem Dach oder hängt leicht schief am Balkongeländer – mitsamt ihrer diabolischen Botschaft “SatAn”. Der Hersteller hat einen so großen Marktanteil, dass die Modellbezeichnung wirklich überall zu lesen ist, so katholisch kann die Stadt, in der die Müllers leben, gar nicht sein.

223 Minuten am Tag läuft die Durchschnittsglotze, also wird sie wohl auch morgens kurz eingeschaltet, um den Wetterbericht anzusehen, eventuell die Staumeldungen. So hoffen Papa und Mama Müller zu verhindern, dass sie die durchschnittlichen 50 Stunden pro Jahr im Stau stehen. Glücken wird ihnen das nicht.

Für den Fall, dass das Fernsehprogramm nichts Geeignetes hergibt, steht im Haus der Müllers ein DVD-Player bereit, ein CD-Spieler und natürlich eine Videospielkonsole (wahrscheinlich eine Nintendo DS oder eine Xbox360). Ein Internetanschluss, je ein Computer und ein Laptop gehören zur selbstverständlichen Grundausstattung der Müllers. Ein paar Altgeräte stehen auch noch herum, aber die werden vermutlich nur noch genutzt, um eventuell auftauchende Meinungsbefrager und Statistikbeamten zu ärgern.

Urlaub und Kleinzeug

So wie diese uralte Kompaktkamera mit dem analogen Film. Der Durchschnittsfilm steckt noch drin, enthält aber bestenfalls die Aufnahmen vom Osterfest 1997 und ist ohnehin schon lange grün-gelbstichig. Die aktuellen Schnappschüsse werden schon lange nicht mehr analog aufgenommen – Familie Müller nimmt die Digitalkamera mit in den Urlaub, und den Mp3-Player. Überhaupt, Urlaub: Die Anreise ist kein großes Problem mehr, da die Durchschnittsfamilie heutzutage ein Navigationssystem im Auto hat. Also, in einem von den 1,4 Autos, die in ihrer Garage stehen. Die Durchschnittsfamilie hat noch ein paar andere Fahrzeuge: 3,5 Fahrräder, ungezählte Kinderspielzeuge und ein Viertel Motorrad. Immerhin.

In den Urlaub (eine Woche lang verreisen 77 Prozent der Familien) zieht es die Durchschnittsfamilie nicht allzu weit. Mit dem Durchschnittsbudget von 450,00 EUR ist eine Fernreise aber auch nur alle paar Jahre zu finanzieren. So kommt es, dass mehr als 23 Prozent aller Deutschen Urlaub in Deutschland machen. Auf Platz zwei steht Spanien, was besonders im Sommer mit dem Auto (egal ob mit oder ohne Navi) schon etwas mühsamer zu erreichen ist.

Die letzten Geheimnisse

Auch ein paar andere interessante Dinge gibt es über Familie Müller zu wissen. Informationen, die wertvoll sein könnten, wenn Herr Müller oder Frau Müller neben einem in der Straßenbahn sitzen: Müllers geben weniger Geld für Körperpflege aus als für ihren Handyvertrag. Sie kaufen für 4,00 Euro im Monat neue Socken und für 40 Euro Alkohol und Tabak. Sie bezahlen 34 Euro im Monat für “sonstige Dienstleistungen”, und jetzt wären wir schon neugierig, was für dunkle Geheimnisse hinter diesem Spesenposten lauern.

Aber alles verraten sie uns auch nicht, die Müllers.

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/StatistischesJahrbuch

http://www.handelsblatt.com/panorama/lifestyle/reiselust-2011-die-beliebtesten-reiseziele-der-deutschen/3870394.html

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1525/umfrage/durchschnittliche-fernsehdauer-pro-tag/

http://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrsstau

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/familie/geburtenrate-in-deutschland-jede-frau-hat-im-schnitt-1-39-kinder-11108908.html

http://www.ad-hoc-news.de/der-durchschnitts-fernseher-den-sich-die-deutschen-im–/de/News/23016748

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_h%C3%A4ufigsten_Familiennamen_in_Deutschland

Ähnliche Artikel:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

CommentLuv