Was tun, wenn es nicht klappt mit dem Lernen

Schule. Angeblich lernen unsere Kinder ja für’s Leben, aber das glauben ja noch nicht mal alle Erwachsenen. Genau genommen wissen wir, dass Schüler für ihre Lehrer lernen, für ihre Eltern und damit sie vor den Mitschülern einigermaßen gut dastehen. Aber das scheint auch eins dieser großen Geheimnisse zu sein, die keiner sagen darf. Wir reden ein anderes Mal darüber. Ganz sicher.
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Natürlich gibt es unzählige Gründe, warum das Lernen nicht klappt. Die Lehrer, Ärger in der Familie, Liebeskummer, Neid, Krankheiten, Unlust, Hormone. Eigentlich ist es schon fast ein Wunder, dass Menschen überhaupt etwas in der Schule lernen.

Viele komplizierte Ursachen also. Aber manchmal, manchmal ist es ganz einfach…

Ein paar simple Faktoren können dafür sorgen, dass Lernen nicht funktioniert. Die gute Nachricht ist, dass wir Eltern unsere Kinder unterstützen können. Hier sind ein paar Stressfaktoren, und ein paar wirksame Tipps, wie sie beseitigt werden können.

Stress

Unser Gehirn lässt in manchen Situationen kein Lernen zu, sondern nur ein Reagieren. Klar, man kann in positiven und negativen Stress unterscheiden, und ein bisschen Druck braucht man wohl auch, um den inneren Schweinehund, der als Wächter vor dem Gehirn sitzt, aufzuscheuchen.

Wenn es jedoch überhand nimmt, wenn aus etwas “viel zu tun” eine echte Belastung wird, dann kann Stress wirklich schädlich sein; insbesondere Angst. Denn was passiert schon bei Angst, bei Bedrohung? Ein uralter Teil unseres Gehirns wird aktiv – der Teil, der schon am längsten überlebt. Prof. J. Linden, ein anerkannter amerikanischer Hirnforscher, nennt diesen Teil das “Reptilgehirn”. Schon aus dem Namen wird klar: Das ist nicht unbedingt der Teil unseres Schädelinneren, der am allerdringendsten für das Speichern von Vokabeln oder das Verstehen von mathematischen Gleichungen zuständig ist.

Angst, Hektik und Unruhe erschweren das Lernen. Ruhige Rituale können unterstützen, vielleicht eine Tasse Tee, ein paar Kekse und ein paar freundliche Worte.

Beleuchtung

Je mehr das Licht flackert, desto schlechter kann man lernen. Eigentlich ganz einfach: Das Flimmern, z.B. von alten Leuchtstoffröhren, kann Stress verursachen. Schnelle Bewegungen und Lichtwechsel hält der Reptilienteil des Gehirns offensichtlich für bedrohlich. Er schaltet auf Flucht um, die Muskeln verkrampfen sich, um schnell durchstarten zu können. Auch in dieser Stimmung können Physikformeln einfach so folgenlos von den Gehirnzellen abprallen.

Flackernde Neonröhren wird wohl niemand über seinem Arbeitsplatz haben wollen; Tageslicht und eine hochwertige Schreibtischlampe wären ideal. Wenn die Kinder länger am Computer arbeiten, sollte man auch ein paar Gedanken an den Monitor verschwenden: Ist das Bild scharf? Wo steht er? Ist er (Achtung!) zu groß?

 

Lärm

Manche dauerhaften Geräusche machen Menschen sogar krank; für die meisten Handys, iPods, iPads und sonstigen Gadgets gibt es Dezibel-Mess-Apps. “Oh, echt, sooo laut war das?” ist damit keine brauchbare Ausrede mehr. Zum Lernen braucht man Ruhe.

Manchmal geht es nicht ohne Krach – die Baustelle vor der Tür, Geschwister, Nachbarn. Oft aber ist der Lärm eine Stunde später auch wieder vorbei. Dann beginnt der Nachwuchs eben, falls das noch geht, etwas später mit dem Lernen.

 

Bewegung

Für die meisten Menschen ist die Sitzhaltung nicht unbedingt die bequemste. Der ideale Lernplatz bietet die Möglichkeit, sich auch mal hinzustellen, ein paar Schritte herumzulaufen oder sich auch einfach mal auf den Boden oder das Sofa zu legen.

Wenn die Kids schon in der Schule ewig herumsitzen müssen, dann ist ihr Pensum an “Jetzt sitz doch mal gerade” für den Tag schon verbraucht, bevor sie am Mittagstisch hocken. Nachmittags kann der Arbeitsplatz auch mal in der Horizontalen sein… Wenn die Augen offen bleiben.
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