Das Grauen aus der Tiefkühltruhe
Es hat wieder zugeschlagen, das Grauen aus der Tiefkühltruhe.
Kennt ihr das?
Das Essen ist lecker, aber irgendwie viel zu viel. Davon wird nochmal eine Familie satt. Also, ab in die Gefriertruhe.
Es ist gerade Zeit und Kartoffelsuppe kann man wirklich gut aufheben. Also, ab in die Gefriertruhe.
Die Äpfel wollte mal wieder keiner essen, und in schrumpelig isst sie erst recht niemand mehr. Also, fix Kompott gekocht und -genau – ab in die Gefriertruhe.
Nicht, dass ihr jetzt denkt, unsere Gefriertruhe hätte das Fassungsvermögen eines Walfischmagens, und wir könnten uns im Kriegsfall problemlos mehrere Jahre von unseren gehorteten Vorräten ernähren, solange nur die Gefriertruhe mit ausreichend Strom versorgt wird.
Unsere Gefriertruhe ist gerade mal hüfthoch, und erreicht damit das Ende ihres Fassungsvermögens in überschaubarer Zeit. Vor allem, weil übrige Portionen und vorbereitete Gerichte nicht das einzige sind, was im Bauch unserer Gefriertruhe schlummert. Eis darf natürlich nicht fehlen, ein Notvorrat an Fertiggerichten, falls das von mir gekochte Essen mal wieder fürs Klo war – kommt durchaus vor, denn ich kann vieles, aber Kochen gehört nicht wirklich dazu – , und die üblichen Verdächtigen, also Fisch, Gemüse und Obst oder auch mal Geflügelteile.
Deshalb muss der Inhalt der Gefrierdosen regelmäßig verkocht/-zehrt/-braucht werden. Praktischerweise sehen die Dosen alle gleich aus. Und Tiefgefrores schmeckt nach nichts oder zumindest alles irgendwie ähnlich. Wenn sich dann noch in allen Dosen gelb-bräunlicher tiefgekühlter Brei unbekannter Konsistenz befindet, wird es schwierig.
Was war das nochmal?
Die Kartoffelsuppe mit Ingwer und Kokosmilch, das Apfelkompott oder ganz was anderes? Wie gesagt, tiefgefroren schmeckt alles irgendwie gleich – zumindest für mich.
Da hilft dann nur eins: Auftauen und überraschen lassen.
Und dann ist manchmal Kreativität gefragt. Denn beim Tiefkühl-Lotto kann man schon mal die falsche Dose ziehen.
Statt der puren Kartoffeln die mit fies viel Kokos erwischt? Macht nichts. Bekommt der Fisch kräftig Curry statt Erbsen und das Gericht einen ausgefallenen Namen, am besten irgendwas Kreolisches. Das Rezept? Ein Geheimnis. Falls es wider Erwarten geschmeckt hat, ist das Rezept leider auch nicht rekonstruierbar.
Apfelmus geht zu Schweinefilets. Ja, wirklich! Wenn man es ein wenig exotisch mag, ist das gar nicht schlecht.
Süßkartoffelpüree passt irgendwie auch fast zu allem – mit starker Betonung auf “irgendwie” -, außer als Apfelersatz fürs Apfeltiramisu.
Und zur Not gibt’s Fertigpizza.
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