Mrz 042012
 

Was sollte ein Küchen-PC können?

Zu allererst mal: Musik spielen. Wenn ich Hobby-kochender Papa in der Küche bin, brauche ich Musik. Ja, ich koche gern. Also, genaugenommen schmecke ich gern ab. Diese anderen Aspekte des Kochens – das Kleinschneiden, das Aufswasserkochenwarten, das Schälen, Putzen und Umrühren, ah, und das Abspülen – die müssten von mir aus nicht sein. Hier ein bisschen probieren, da einen Hauch von Ingwer und hier ein bisschen Salz zugeben, das wäre meins. So inetwa stelle ich mir das Wirken eines Spitzenkochs vor: Geht herum, probiert leckere Sachen, und verteilt Lob und Natriumglutamat.  Für die ganze richtige Küchenarbeit brauche ich Musik, und die könnte der ideale Küchencomputer sich eigentlich direkt von meinem PC oder Mac holen. Im Foto rechts habe ich die Stelle schraffiert, wo er sich richtig gut machen würde, der Küchen-Rechner: Vor dem Mikrowellenherd. Also neben dem Bobby-Car-Parkplatz.
Foto: Unsere Küche

Zweitens: Rezepte. Und zwar nicht irgendwie popelig, so nach dem Motto “ich such mal ein Rezept für lecker Nudelsoße” – “lecker Nudelsoße not found”. Nein: Sprachgesteuert, weil ich in der Küche eigentlich immer mehlige, feuchte, fettige Hände habe. Oder ein ähnlich klebriges, begeistert strahlendes Kind auf dem Arm, wenn das Mädchen gerade nicht in ihrer Kinderküche kocht. Und: Schlau. Er sollte mir Ideen liefern: “Ich habe noch Linsen, Mehl und eine Zitrone.” – “Marc, dann mach dir einen Gin Tonic.”

Drittens: E-Mails. E-Mail ist mein Lieblingsmedium. Und ich stelle es mir richtig stark vor, wenn auf dem Weg zur Kaffeemaschine schon ein kleiner freundlicher Bildschirm blinkt, auf dem ich meinen aktuellen Posteingang sehe. Und mich spontan so richtig schlecht fühlen kann. [Zum Schlechtfühlen durch Spam - siehe den roten Text rechts] Aber mal im Ernst: Beruflich bekomme ich ziemlich viel E-Mail, und da wäre es toll, einen  schnellen Überblick zu haben, ohne das iPad suchen zu müssen.


Viertens: Lagerverwaltung.
Vermutlich wird das ein Traum bleiben – aber ein System, das den Kühlschrank automatisch im komfortablen Füllebereich hält – das hätte schon etwas. Also, ich würde es lieben. Es müsste dann aber schon so sein, dass der Kühlschrank auch selbst an die Tür geht und dem Fahrer vom Lieferdienst die Sachen abnimmt, nachzählt und den Eingang quittiert. Wenn’s nach Ditte geht, wäre ein Computer am Kühlschrank nicht nötig -  eine Joghurt-Pipeline würde wohl auch reichen.

Spam morgens:

“Sind sie falsch versichert?”
“Sind sie zu dick?”
“Können Sie noch?”
“Entgeht Ihnen wieder eine Gelegenheit, Schwarzgeld aus Afrika zu schleusen?”
“Kriegen Sie es heute auch wieder nicht hin, unseren Newsletter abzubestellen?”


Fünftens: Videorecorder auf Zuruf. Der ideale personalisierte Küchencomputer übernimmt auch Aufgaben außerhalb seines unmittelbaren Aufgabenbereichs – “nimm doch mal schnell Vox auf, ich will sehen, ob die Kandidatin beim Kochduell wirklich so viel Nippes in der Wohnung hat.”

Sechstens: Videotelefonie, oder – um willkürlich einen der Marktführer zu nennen – Skype. Ich denke, das wäre praktisch für spontane Nachfragen. Wenn mehr Menschen videotelefoniefähige Geräte in der Küche hätten, könnte ein weltweiter Ideenaustausch anfangen. Oder auch ein Kochwettbewerb?

Küchenrechner? Touchscreen? Was ist denn jetzt los bei Euch? Werdet Ihr ein Haushalts-Blog? demnächst auch bei Euch?
Nein, keine Panik. Beate hat drüben im Holozaen einen Schreibwettbewerb zum Thema “myKIC Küchencomputer” gestartet. Das ist unser Beitrag.

 

Feb 092012
 

Da ist man zu zweit, beide arbeiten, Vollzeit versteht sich.
Und der Haushalt? Der läuft nebenher. Geht schon irgendwie. Abends gibt es meist etwas Schnelles. Egal ob das richtig gesund ist, Hauptsache es macht nicht zu viel Arbeit, damit es noch vor neun Uhr Abendessen gibt. Wenn mal gar keiner Lust zu kochen hat, macht das auch nichts, dann geht man halt essen.
Ist nur schade um den Samstag, der für Einkaufen und Putzen drauf geht. Mit der Zeit gelingt es vielleicht sogar eine Arbeitsaufteilung zu schaffen, mit der beide leben können ohne jedes Mal wegen unterschiedlicher Vorstellungen von „sauber“ in Streit auszubrechen.

Dann kommt ein Kind dazu. Es arbeitet nur noch einer, und der andere – wie’s halt im Leben oft so ist: die Frau – bleibt zu Hause. Als Hausfrau und Mutter.
Und plötzlich ist der Haushalt keine Sache, die nebenbei läuft, sondern bestimmender Lebensinhalt.

Hallo, wie das denn?
Ging ja vorher auch nebenbei. Nicht schön, aber halt so lala. Und jetzt muss alles glänzen und strahlen.
Und zu allem Überfluss muss jetzt auch noch jemand fürs Putzen gelobt werden. Das musste doch früher auch nicht sein.
Und dann fängt der Spaß erst richtig an, denn – ich unterstelle jetzt die übliche Rollenteilung – der Mann bemerkt meist gar nicht, welche ungeheuren Strapazen die Frau tagsüber auf sich genommen hat, damit alles so richtig schön blitzt und blinkt. Meist fällt ihm noch nicht mal auf, dass es überhaupt blitzt und blinkt, denn da gibt es ja noch diese unterschiedliche Vorstellung von „sauber“. Hausfrauen-sauber liegt meist außerhalb des männlichen Wahrnehmungsvermögens.

Bisher gab es die Bestätigung für die eigene Arbeit in vielerlei Formen. Das Geld, das jeden Monat aufs Konto floss, vielleicht gelegentlich ein Lob vom Chef oder der Chefin (wobei man natürlich trefflich darüber streiten kann, ob Arbeitsleistung von Chefs ausreichend anerkannt wird), Anerkennung von den Kollegen und das gute Gefühl ein Projekt/eine Arbeit zu Ende gebracht zu haben.

Und jetzt?
Kein Geld. Taschengeld ist eher eine Abspeisung als eine Anerkennung, und die Plastikkarte im Geldbeutel, mit der man auf das gemeinsame Bankkonto zugreifen kann, täuscht auch nicht darüber hinweg, dass man das Geld darauf nicht selbst verdient hat.
Kein Chef. Damit auch kein Lob, noch nicht mal vom Mann, denn der bemerkt ja keine Zustandsveränderung am Wohnraum.
Keine Kollegen. Wenn ich ehrlich bin, hat zu mir in der Zeit, in der ich Hausfrau war, auch keine andere Hausfrau gesagt: „Du, bei dir ist es aber richtig schön sauber.“ Wahrscheinlich war es bei mir zu Hause einfach nicht sauber genug, um eine Hausfrau damit zu beeindrucken.
Kein Ende. Hausarbeit ist die moderne Form der Sisyphos-Arbeit. Kaum ist der Tisch frisch gewischt, isst das Kind darauf Krümelkekse, ohne Teller, versteht sich, denn es hätte ja Mühe gemacht, den Teller zu holen. Der gewienerte Boden wird mal schnell mit braunen Fußspuren überzogen, und von Dingen, die mit Badspiegeln passieren können, möchte ich gar nicht reden.

Deshalb, werte männlichen Anhänger der traditionellen Rollenverteilung, lobt eure Frauen für jedes einzelne gebürstete Teppichhaar, auch wenn euch das noch so widersinnig erscheint, denn es ist die einzige Anerkennung für ihre Arbeit, die die Frau erhält.
Oder noch besser: Liebe Hausfrauen, wenn ihr unter mangelnder Anerkennung leidet, sucht euch einen Job! Mit Chef, mit Kollegen und eigenem Geld auf dem Konto.

Jan 292012
 

Einkaufszettel - wenn man zufällig einen im Supermarkt findet, kann man gut erraten, was für ein Mensch dort einkauft: Mann oder Frau? Alt oder jung? Sparsam oder markentreu? Einkaufszettel könnten vermutlich dem einen oder anderen Wahrsager helfen…

Probieren wir’s aus: Was ist wohl zwischen den Einkaufslisten (1) und (2) passiert?

[1] Hund zugelaufen
[2] Lotto gewonnen
[3] Fahrradtour quer durch die Sahara
[4] ???

Jan 182012
 

Der Strumpfhosenkiller hat wieder zugeschlagen, und ich eine ganze Menge Übungsmaterial: Strumpfhosen mit Löchern in Kinderzehgröße.
Deshalb habe ich ein paar Anleitungen herausgesucht.
target=”_blank”>Hier erklärt Rosie wie’s geht.
Wer einen eher technischen Ansatz bevorzugt, kann sich auch hier erklären lassen wie man Socken stopft. Da gibt es neben dem Video auch eine geschriebene Anleitung.
Beide benutzen einen Stopfpilz. So einen habe ich schon mal nicht. Alternativ kann man auch ein Wasserglas (Empfehlung von Rosie) oder eine Suppenkelle (Empfehlung aus dem anderen Video) benutzen.
Im zweiten Video werden die Socken gewendet, Rosie macht das nicht. Das ist wohl auch Geschmackssache. Während im zweiten Video der lose Faden später vernäht wird, startet Rosie mit einem Knoten. Das ist sicherlich die einfachere Methode, könnte aber an empfindlichen Kinderfüßen drücken.

Eigentlich geht Stopfen relativ schnell. Wenn man die Sache beherrscht und das Loch nicht zu groß ist, braucht man wohl kaum länger als es dauert, einen Knopf anzunähen. Ich beherrsche es nicht, weshalb ich etwa eine Viertelstunde für ein kleines Loch gebraucht habe.
Aber ich habe Bilder gemacht, auch von den Anfängerfehlern, die mir unterlaufen sind.

 

Ich hatte (fast) alles zu Hause, was man braucht: Nadel, Stopfgarn, eine Schere und einen Nähpilzersatz. Dafür habe ich mich für eine Espressotasse entschieden – keine besonders schlaue Wahl, denn der Strumpfhosenstoff spannt sich darüber nicht gleichmäßig. Ein Glas wäre vermutlich besser gewesen. Bei der Schöpfkelle bin ich unsicher, ob die in die Kinderstrumpfhose passt.

 

Ja, man kann einiges falsch machen. Ich habe es getestet und wahrscheinlich alle möglichen Anfängerfehler gemacht. Das Stopfgarn besteht aus mehreren einzelnen Fäden. Diese können sich wunderbar miteinander verknoten, wenn man schlampig arbeitet, und wunderschöne Stopfgarnkunstwerke bilden, die zwar schön anzusehen, aber sicherlich nicht bequem am Fuß sind. Also lieber ein wenig langsamer arbeiten.
Wenn sich trotzdem mal ein Knoten gebildet hat, vorsichtig versuchen, die Garnfäden zu entwirren. Bitte keinesfalls mit Kraft anziehen, denn sonst bricht die Nadel. Es ist auf dem Bild vielleicht nicht gut zu erkennen, aber bei mir ist ein Teil der Öse abgebrochen.

 

Aber nach einer zerbrochenen Nadel, vielen verknoteten Fäden und einigem Meckern und Zetern hat es dann doch geklappt: Voilà, mein erstes selbst gestopftes Loch.

Nov 302011
 

Als „Managerin eines kleinen Familienunternehmens“ – zumindest in Teilzeit – beschäftige ich mich natürlich auch mit Controlling.

Zwar hat sich die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen bezüglich der bereichsübergreifenden Fahrdienste verbessert (Kind vom Kindergarten abholen klappt besser, weil klarere Vereinbarungen getroffen werden), aber in einem anderen Arbeitsbereich wurden gravierende Mängel festgestellt.

Die Leistungen im Bereich Cleaning entsprechen nicht den qualitativen Anforderungen unseres Unternehmens, darüber hinaus arbeitet diese Abteilung nicht zeiteffizient.

In einem Mitarbeitergespräch mit der zuständigen Cleaningmanagerin äußerte sich diese unzufrieden mit der Anerkennung ihrer Arbeitsleistung. Weder die Bezahlung noch die Anerkennung durch die anderen Arbeitsbereiche wären angemessen. Dadurch sei die Motivation stark gesunken, zumal im Cleaning-Bereich nicht optimal qualifiziertes Personal beschäftigt ist.

Eine Umstrukturierung in diesem Bereich ist dringend erforderlich. Als dauerhafte Lösung wird Outsourcing des Cleaning-Bereichs vorgeschlagen. Verschiedene Modelle werden bereits durchkalkuliert.

 

Ich persönlich mag ja den Ausdruck „Familienmanagerin“ gar nicht, denn welcher Manager putzt schon sein Büro selbst. Jedenfalls kann ich mir weder Herbert Hainer von Adidas, noch Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, den Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, oder Werner Müller, ehemals Evonik-Chef und ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, mit einem Staublappen in der Hand unter ihrem Schreibtisch vorstellen. Herbert Hainer von Adidas noch am ehesten. Immerhin sieht der so sportlich aus, dass seine Bandscheiben vermutlich nicht vor Freude springen, wenn er unter den Schreibtisch kriecht.

Aber sind wir mal ehrlich: Ein Manager hat das gar nicht nötig. Er verfügt nämlich über die Fähigkeit, seine Zeit möglichst effizient zu nutzen, also sich auf die wichtigen Dingen zu konzentrieren, und den Rest zu delegieren. Außerdem sind Manager zu gut bezahlt, um selbst unter den Tisch zu kriechen, die haben Leute, die für weniger Geld unter den Tisch kriechen.

Im Gegensatz zur Familienmanagerin. Die zeichnet sich meist dadurch aus, dass sie alles selbst erledigt und nichts aus der Hand geben kann oder will. In der Wirtschaft wäre dieses Verhalten völlig ineffizient und irrational. Letztlich ist die Bezeichnung „Managerin eines kleinen Familienunternehmens“ ein Euphemismus für „Mädchen für alles“. Und ein Mädchen für alles bekommt nun mal kein Managergehalt.