Apr 192012
 

Wir machen eigentlich keine Produkttests. Eigentlich, denn gelegentlich machen wir mal eine Ausnahme.

Hier haben wir eine gemacht. Und wer würde dafür keine Ausnahme machen – trotz rosa?

Und dafür haben wir eine gemacht. Wir fanden die Idee lustig, ein Kindertöpfchen zu testen, und völlig überzeugt hat uns der Werbespruch.

Ach ja, und hier kommt unser dritter Produkttest, der eigentlich gar keiner ist.

Denn eigentlich wollte ich keine zwei, geschweige denn drei Rezensionen über Bücher desselben Autors/Illustrators schreiben, aber „Grüffelo“ und „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ – das musste einfach sein. Aber wie hätten wir widerstehen können, als der Carlsen-Verlag anfragte, ob er uns zwei Kinderbücher von Axel Scheffler zuschicken darf?

Deshalb zum dritten Mal: Axel Scheffler.

„Pip und Posy – Der tolle Roller“ und „Pip und Posy – Die kleine Pfütze“

Die beiden Geschichten sind eher für kleinere Kinder gedacht, denn der Text beschränkt sich auf ein bis zwei Sätze pro Seite. Teilweise auf ein einzelnes Wort, das aber keineswegs verlassen dasteht, sondern in bunten Axel-Scheffler-Bildern. Ich mag diese verspielten, freundlichen und ideenreichen Bilder, auch wenn mir ein wenig die Reime fehlen, die den Reiz der beiden anderen Bücher mit ausmachen. Pip und Posy sind eben für ein etwas jüngeres Publikum bestimmt.

Die Geschichten handeln von den Freunden Pip und Posy, einem Hasen und einer Maus. Deren Freundschaft ist das bestimmende Thema, denn durch sie lassen sich einige Missgeschicke und Hindernisse überwinden.

Als Posy (in „Der tolle Roller“)Pip den Roller wegnimmt, ist der zuerst mächtig sauer – verständlich. Trotzdem hilft er ihr, als sie mit dem Roller stürzt und sich das Knie aufschlägt. Mit Heftpflaster, Posys Kuschelfrosch und einer festen Umarmung. Und schon ist der Streit wieder vergessen, sie spielen gemeinsam im Sandkasten und fahren gemeinsam nach Hause, zu zweit auf dem tollen Roller.

Pflaster-Kleben und Umarmen gehört in den meisten Familien zu den festen Ritualen bei kleineren Verletzungen. Das – wie auch viele weitere Elemente beider Bücher – hat einen hohen Wiedererkennungswert für Kleinkinder.

Dazu kommen die bunten Bilder, die auch für drei bis vierjährige Kinder durchaus interessant sind, weil sich darin viele witzige und liebevolle Details verstecken, beinahe wie in einem Wimmelbuch. Im tollen Roller weint ein graues Häschen um eine verlorene Kugel Erdbeereis, ein Eichhörnchen spielt mit einer Raupe und, als Posy mit dem Roller stürzt, taucht ein Rabe auf – Zufall oder Absicht?

In der kleinen Pfütze schützen sich zwei Käfer mit einem Blatt gegen den Regen, an der Wand hängt ein Bild von Pip und Posy auf dem Roller, und zwei Bilder weiter – ja, das könnte ein entfernter Verwandter des Grüffelo sein.

Ach ja, und falls es irgendwann einmal Posys Kuschelfrosch zu kaufen gibt: Den will ich unbedingt haben!

Mrz 272012
 


Lange bin ich um das Regal mit dem Buch herumgeschlichen, denn preisgünstig war es nicht, im Gegenteil! Mit knapp 20 Euro liegt es deutlich über den meisten anderen Kinderbüchern. Ich habe den Kauf schließlich damit gerechtfertigt, dass ich auf alle Fälle einen Blogbeitrag darüber schreiben kann, auch wenn es großer Käse ist.

Das Buch trägt den verheißungsvollen Titel „ Ritter Rost – Musical für Kinder“, und zog zusammen mit einer CD bei uns ein. Seither galoppiert der Ritter Rost Tag für Tag durch unser Haus, begleitet von begeistertem Kindergesang.

Das Buch erzählt die Geschichte vom Ritter Rost, dem tapferen Burgfräulein Bö, Koks, dem Drachen, und allerlei anderen seltsamen Gestalten. Zwischendrin – es ist ja ein Musical – finden sich immer wieder zur Geschichte passende Lieder samt Noten und komplettem Text.

Die Bilder sind ähnlich absurd wie die Figuren und die Geschichte selbst, aber durchaus niedlich und ansprechend. Um ehrlich zu sein, hat mich genau das neugierig gemacht.

Denn Ritter Rost ist nicht etwas ein Mensch, sondern eher eine Art lebendig gewordene Registrierkasse mit Wetterhahn auf dem Kopf. Er reitet auf einem Pferd namens Feuerstuhl, das vor der Benutzung erst einmal aufgezogen werden muss und ebenso blechern ist wie der Ritter selbst. Das Burgfräulein Bö trägt einen sprechenden, nicht allzu klugen Hut und spinnt Stahlwolle, um dem Ritter daraus Kleidung zu stricken, aber nicht nur das: Sie ist auch noch mutiger und stärker als der Ritter Rost. Und dann ist da noch Koks, ein niedlicher, kleiner Drache, dessen Nase an ein Feuerzeug erinnert, der mit seinem Feueratem nicht nur die Unterhosen eines Zirkusdirektors, sondern gleich einen ganzen Wald in Flammen setzt.

Der gesamte Text einschließlich der Lieder ist auf der CD enthalten. Dank mehrerer Sänger, unterhaltsamer Instrumentalisierung und passenden Hintergrundgeräuschen ist daraus ein Musical entstanden, das – meiner Meinung nach zu Recht – eine Empfehlung des Verbands deutscher Musikschulen trägt.

Es gibt mehrere Kindermusicals mit Ritter Rost, und ich bin davon überzeugt, dass sich zu unserem zu Hause über kurz oder lang noch ein paar weitere dazu gesellen werden. Denn für Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter ist Ritter Rost eine unterhaltsame Alternative zum Hörspiel.

Und wer mag, kann den Ritter Rost sogar auf Facebook besuchen: Hier.

Mrz 012012
 

Die kleine Raupe Nimmersatt ist ein echter Kinderbuch-Klassiker, der natürlich auch in unseren Empfehlungen nicht fehlen kann. Ich mag Kinderbücher mit Vergangenheit, und die kleine Raupe Nimmersatt habe ich selbst schon im Kindergarten gelesen. Ich kann mich sogar daran erinnern, wie es sich anfühlt, die Finger in die Raupenlöcher zu stecken.

In der Geschichte frisst sich eine frisch geschlüpfte Raupe durch eine ganze Menge Essen, Obst, Süßigkeiten, Käse, Wurst und durch ein einzelnes Blatt. Danach verpuppt sie sich und wird ein wunderschöner Schmetterling.

Die kleine Raupe frisst sich fühlbar durch das Essen, denn die Buchseiten haben Stanzlöcher, durch die man die Finger stecken kann. Die Bilder sind in dem für Eric Carle typischen Collagenstil gearbeitet. Der Text ist kindgerecht einfach und leicht verständlich. Das Buch mittlerweile ist in vielen verschiedenen Ausführungen erschienen, darunter auch kartonierte Fassungen (Kleiner Tipp: Am besten nicht die Mini-Ausgabe nehmen, denn laut der Rezensionen sind die Stanzlöcher darin zu klein).

 

Ein kleines Highlight haben wir im Netz gefunden: Anlässlich des 40. Geburtstags der kleinen Raupe zeichnete der Gerstenberg-Verlag eine Lesung des Autors Eric Carle auf, die hier zu sehen ist.

Jan 282012
 


Dieses Buch möchten wir vorstellen, weil wir es in der Wochenaufgabe der Blogparade schon angesprochen haben. Otfried Preußler ist einer der klassischen Kinderbuchautoren des deutschsprachigen Raums und hat für zahlreiche seiner Werke Preise erhalten.
Das kleine Gespenst ist ein bebildertes Buch mit schwarz-weißen Zeichnungen, aber eben kein Bilderbuch und deshalb erst ab dem Vorlesealter oder für geübte Selbstleser geeignet. Geübte Selbstleser, weil das kleine Gespenst schon seit 1966 seine Runde macht und sich meist sehr gewählt ausdrückt.
Die besondere Sprache macht auch zum Teil den Reiz dieses Buches aus. Die amüsante Geschichte tut ihr übriges. Das kleine Gespenst lebt seit vielen hundert Jahren auf Burg Eulenstein und sein sehnlichster Wunsch ist es, einmal das Tageslicht zu sehen. Eines Tages passiert es tatsächlich: Das kleine Gespenst erwacht beim zwölften Glockenschlag, aber nicht nachts, sondern am helllichten Mittag.
Im Sonnenlicht verfärbt es sich schwarz und alle Menschen haben  Angst vor ihm. Naja, nicht alle. Weil das kleine Gespenst im Umgang mit Menschen nicht so geübt ist, stellt es allerlei Unfug an. Schließlich taucht auch noch der Erzfeind des kleinen Gespenstes auf, der Schwede Torsten Torstenson, der vor dreihundertfünfundzwanzig Jahren Burg Eulenstein erobern wollte und damals vom kleinen Gespenst vertrieben wurde.
Wie es weitergeht und ob das kleine Gespenst jemals wieder weiß wird, ist nachzulesen in einem wirklich wundervollen Kinderbuch.

Jan 252012
 


Für Hund und Katz ist auch noch Platz ist eine liebenswerte Geschichte eines bewerten Autorenpaars.
Von Axel Scheffler und Julia Donaldson stammt nämlich auch der Grüffelo. Es ist zugegeben nicht besonders originell zwei Bücher derselben Autoren zu empfehlen, aber ich mag den Zeichenstil, die Reime und die Art der Geschichten.
Im Gegensatz zum Grüffelo kommt “Für Hund und Katz ist auch noch Platz” kleinformatig und kartoniert und ist damit auch für etwas kleinere Leser geeignet oder zumindest von diesen nicht so leicht zu zerstören. Die Bilder sind ähnlich liebevoll gestaltet wie im Grüffelo.
Die Hauptfigur ist dieses Mal eine Hexe, die zusammen mit ihrer Katze auf dem Hexenbesen unterwegs ist. Leider verliert sie dabei zuerst den Hut, dann die Haarschleife und schließlich den Zauberstab.
Leider? Zum Glück! Denn die verlorenen Gegenstände werden von freundlichen Tieren gefunden und zurückgebracht. Die dürfen alle mit dem Besen mitfliegen bis…
… der Besen bricht, die Tiere im Sumpf landen und die Hexe von einem bösen Drachen verfolgt wird, der sie  fressen möchte (Ja, das Buch ist etwas gruselig. Aber wir finden, dass sich Kinder auch mal ein wenig gruseln dürfen.).
Natürlich wird die Hexe nicht gefressen. Wer wissen möchte, wie sie gerettet wird und mit welch tollem Fluggerät sie am Ende mit den freundlichen Tieren reist, der sollte das Buch selbst lesen.
Für Hund und Katz ist auch noch Platz ist eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft und Mut, die allerdings einen winzigen Haken hat: Die ins Deutsche übersetzen Reime holpern an manchen Stellen ein wenig.

Jan 232012
 

Diese Woche geht es in Testmamas Blogparade um Bücher. Die Aufgabe ist wieder frei gestellt, was die Sache nicht wirklich leichter macht, denn das Thema Bücher ist nahezu unerschöpflich. Man kann damit Regale, Schrankwände, Räume und sogar riesige Bibliotheken füllen. Sich dabei auf einen einzigen Artikel zu beschränken, ist eine gewaltige Herausforderung.
Wer unseren Blog kennt, hat vermutlich die ein oder andere Buchempfehlung entdeckt. Wer neu hier ist, kann sie über die Wolke am rechten Rand finden – oder hier: unsere Bücherkiste.

eine vom Dittes Bücherkisten

Wenn ich mir ein Leben mit Kind vorgestellt habe, dann hatte ich oft ein Bild vor Augen: Ich sitze auf dem Sofa, das Kind an mich gekuschelt, vielleicht in eine Decke gewickelt, und ich lese aus einem Buch vor. Aus einem Buch vorgelesen zu bekommen, war für mich eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen, denn sie drückt gleich mehrere Dinge aus. Geborgenheit, Hingabe und Fürsorge.
Das möchte ich auch an mein Kind weitergeben. Unsere gemeinsame Lesezeit beginnt erst langsam, denn Ditte konnte bisher nicht lang genug aufmerksam bleiben. Mittlerweile sind wir bei kürzeren Geschichten und Märchen angekommen. Ja, wir lesen Märchen vor, obwohl sie nicht mehr zeitgemäß sind. Die Frauen oft untätig oder stickend in irgendwelchen Türmen sitzen und auf ihre Erlösung durch einen herbeieilenden Prinzen oder Edelmann hoffen, und die Antagonisten am Ende häufig auf brutale Art ihr Leben lassen. Ditte mag Märchen, und wir machen ihr klar, dass die Geschichten in den Büchern nicht „echt“ sind.

Jetzt habe ich mich schon verfangen, noch ehe ich dort angekommen bin, wo ich eigentlich anfangen wollte: Bei der Zukunft.
Unsere Zukunft wird von Büchern begleitet sein. Natürlich auch von Büchern, die wir selbst – also Marc und ich – als Kinder gelesen haben, und die uns etwas bedeutet haben. Sicherlich gibt es viele lesenswerte neuere Bücher, aber ein Michael Ende oder eine Astrid Lindgren sind und bleiben nun mal Klassiker.
Die Verfilmungen dieser Bücher werden wir – wenn überhaupt – später ansehen. Denn gerade diese Bücher leben nicht nur von der Handlung, sondern vor allem durch die Kraft der Worte. Die kann nicht einmal der begabteste Regisseur einfangen.
Beginnen werden wir aber mit Otfried Preußler.
Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit dem kleinen Gespenst, dem kleinen Wassermann, der kleinen Hexe und natürlich dem Räuber Hotzenplotz. Krabat heben wir uns für später auf.  Die Geschichten habe ich als Kind geliebt, die Nähe zum Märchen, die fantasievollen Gestalten und die einfühlsame Erzählweise. Bücher für schlechtes Wetter, die einen in eine fremde Welt versetzen, die gar nicht so weit weg zu sein scheint.
Viele weitere Bücher habe ich im Kopf, die ich gerne nochmal lesen würde, aber die Vorlesezeit wird zu Ende gehen, wenn Ditte selbst lesen lernt. Viele Bücher sind auch einfach zu lang, um in angemessener Zeit vorgelesen zu werden. Vielleicht werde ich dann heimlich unter der Bettdecke Dittes Kinderbücher lesen. Aber bis dahin ist noch eine Weile Zeit.
Das kleine Gespenst liegt schon bereit und wartet darauf, dass Ditte alt genug wird, um zu verstehen, dass viele Geschichten nicht nach zehn Minuten zu Ende sind.
Und ich hoffe, dass Ditte das Vorlesen ebenso lieben wird wie ich.

 

Die Sponsoren dieser Wochenaufgabe sind: GoBo-Kinder, Coppenrath-Verlag und Shopclever