Viele Kinder träumen davon, die Nacht bei ihren Eltern im Bett zu verbringen.
Manchmal, weil sie wegen der Monster im Schrank oder der bösen Tiere in der Schublade, hinter der Tür oder sonstwo nicht mehr einschlafen können. Manchmal, weil sie die Nähe und Wärme ihrer Eltern suchen. Manchmal, weil sie gerade aufgewacht sind, und ein wenig Unterhaltung haben wollen.
Der nächtliche Besuch im Bett ist mehr oder minder erträglich, je nachdem ob der kleine Gast ruhig schläft oder nicht.
In den ersten beiden Lebensjahren wollte Ditte nicht in unserem Bett schlafen. Sie konnte es nicht einmal, denn in meiner Nähe war sie zu hibbelig, als dass sie die nötige Ruhe gefunden hätte. Aber seit einiger Zeit, anfangs nur sehr selten und mit wichtigem Anlass – der Löwe im Spielhaus oder wenn sie krank war – , wollte sie bei uns im Bett schlafen. Mit zunehmender Häufigkeit.
Die zunehmende Häufigkeit mag auch daher kommen, dass sie aus der einmaligen Erlaubnis eine Art Gewohnheitsrecht ableitet.
Ich bin hin und her gerissen.
Denn einerseits ist es unglaublich schön. Wenn sie mit strahlenden Augen neben mir liegt, am sichersten Ort, den sie sich vorstellen kann, und sich morgens umsieht, ob wir noch alle da sind.
Andererseits ist sie oft ein sehr unruhiger Gast, der seine Füße gern mal in anderer Leute Gesicht steckt oder mitten in der Nacht etwas zu trinken will. Die Nächte sind dann nicht wirklich erholsam, und eine echte Qual, wenn man früh raus muss. Dann fühle ich mich an die erste Zeit mit ihr erinnert, als sie noch regelmäßig nachts aufwachte, weil sie hungrig war, und tiefe Augenringe mein auffälligster Schmuck waren.
Und natürlich mache ich mir auch Gedanken über den Anlass der nächtlichen Besuche. Mein Mädchen, das eigentlich so selbständig ist, kommt nachts zu uns ins Bett, obwohl es das früher nicht gemacht hat. Was ist das?
Ein Rückschritt?
Muss ich mir Sorgen machen, weil sie nicht allein schlafen kann oder will? Sollten wir das unterbinden, um ihr die Möglichkeit einer selbständigen Entwicklung zu geben?
Ein paar beruhigende Zahlen, die im Rahmen einer Langzeitstudie erhoben wurden, habe ich in Remo Largos Buch Babyjahre gefunden. Dabei wurde untersucht, wie viele Kinder mindestens einmal wöchentlich im Bett der Eltern schlafen.
Während im ersten Lebensjahr etwa zehn Prozent der Kinder gelegentlich, davon knapp fünf Prozent jede Nacht im Elternbett schlafen, erhöht sich die Zahl der Elternbett-Schläfer bis zum Alter von vier Jahren. Im Alter von vier Jahren schlafen 38 % aller Kinder mindestens einmal wöchentlich im Elternbett, etwa 12 % davon sogar jede Nacht. Ab fünf Jahren nimmt die Kurve wieder ab. Mit einem Alter von elf Jahren sinkt die Zahl der Kinder, die manchmal im Elternbett schlafen wieder unter zehn Prozent.
Dass Kinder im Elternbett schlafen, ist nicht ungewöhnlich. Dass das im Alter zwischen drei und fünf Jahren auch Kinder machen, die vorher gut allein schlafen konnten und wollten, ist also auch kein Grund zur Sorge.
Irgendwo im Internet – ich habe mir leider nicht gemerkt, wo – habe ich die These eines Wissenschaftlers gelesen: Kleinkinder kommen häufiger nachts zu ihren Eltern ins Bett, bevor sie selbstständiger werden und sich ein Stück weiter von ihren Eltern ablösen. Er folgerte daraus, dass sie Nähe tanken würden, bevor sie einen weiteren Schritt in die Ferne wagen.
Das, finde ich, ist eine schöne Vorstellung, die mich die ruhelosen Nächte mit Kinderhänden im Gesicht leichter ertragen lässt.
Testmama hat für ihre Aufgabe im Mai mit dem Thema “Kinderträume” wieder tolle Sponsoren gefunden, und zwar diese und diese.









Ja, genau!