Mai 062012
 

Schlafender Teddybär

Viele Kinder träumen davon, die Nacht bei ihren Eltern im Bett zu verbringen.

Manchmal, weil sie wegen der Monster im Schrank oder der bösen Tiere in der Schublade, hinter der Tür oder sonstwo nicht mehr einschlafen können. Manchmal, weil  sie die Nähe und Wärme ihrer Eltern suchen. Manchmal, weil sie gerade aufgewacht sind, und ein wenig Unterhaltung haben wollen.

Der nächtliche Besuch im Bett ist mehr oder minder erträglich, je nachdem ob der kleine Gast ruhig schläft oder nicht.

 

In den ersten beiden Lebensjahren wollte Ditte nicht in unserem Bett schlafen. Sie konnte es nicht einmal, denn in meiner Nähe war sie zu hibbelig, als dass sie die nötige Ruhe gefunden hätte. Aber seit einiger Zeit, anfangs nur sehr selten und mit wichtigem Anlass – der Löwe im Spielhaus oder wenn sie krank war – , wollte sie bei uns im Bett schlafen. Mit zunehmender Häufigkeit.

Die zunehmende Häufigkeit mag auch daher kommen, dass sie aus der einmaligen Erlaubnis eine Art Gewohnheitsrecht ableitet.

Ich bin hin und her gerissen.

Denn einerseits ist es unglaublich schön. Wenn sie mit strahlenden Augen neben mir liegt, am sichersten Ort, den sie sich vorstellen kann, und sich morgens umsieht, ob wir noch alle da sind.

Andererseits ist sie oft ein sehr unruhiger Gast, der seine Füße gern mal in anderer Leute Gesicht steckt oder mitten in der Nacht etwas zu trinken will. Die Nächte sind dann nicht wirklich erholsam, und eine echte Qual, wenn man früh raus muss. Dann fühle ich mich an die erste Zeit mit ihr erinnert, als sie noch regelmäßig nachts aufwachte, weil sie hungrig war, und tiefe Augenringe mein auffälligster Schmuck waren.

Und natürlich mache ich mir auch Gedanken über den Anlass der nächtlichen Besuche. Mein Mädchen, das eigentlich so selbständig ist, kommt nachts zu uns ins Bett, obwohl es das früher nicht gemacht hat. Was ist das?

Ein Rückschritt?

Muss ich mir Sorgen machen, weil sie nicht allein schlafen kann oder will? Sollten wir das unterbinden, um ihr die Möglichkeit einer selbständigen Entwicklung zu geben?

 

Ein paar beruhigende Zahlen, die im Rahmen einer Langzeitstudie erhoben wurden, habe ich in Remo Largos Buch Babyjahre gefunden. Dabei wurde untersucht, wie viele Kinder mindestens einmal wöchentlich im Bett der Eltern schlafen.

Während im ersten Lebensjahr etwa zehn Prozent der Kinder gelegentlich, davon knapp fünf Prozent jede Nacht im Elternbett schlafen, erhöht sich die Zahl der Elternbett-Schläfer bis zum Alter von vier Jahren. Im Alter von vier Jahren schlafen 38 % aller Kinder mindestens einmal wöchentlich im Elternbett, etwa 12 % davon sogar jede Nacht. Ab fünf Jahren nimmt die Kurve wieder ab. Mit einem Alter von elf Jahren sinkt die Zahl der Kinder, die manchmal im Elternbett schlafen wieder unter zehn Prozent.

Dass Kinder im Elternbett schlafen, ist nicht ungewöhnlich. Dass das im Alter zwischen drei und fünf Jahren auch Kinder machen, die vorher gut allein schlafen konnten und wollten, ist also auch kein Grund zur Sorge.

Irgendwo im Internet – ich habe mir leider nicht gemerkt, wo – habe ich die These eines Wissenschaftlers gelesen: Kleinkinder kommen häufiger nachts zu ihren Eltern ins Bett, bevor sie selbstständiger werden und sich ein Stück weiter von ihren Eltern ablösen. Er folgerte daraus, dass sie Nähe tanken würden, bevor sie einen weiteren Schritt in die Ferne wagen.

Das, finde ich, ist eine schöne Vorstellung, die mich die ruhelosen Nächte mit Kinderhänden im Gesicht leichter ertragen lässt.

 

Testmama hat für ihre Aufgabe im Mai mit dem Thema “Kinderträume” wieder tolle Sponsoren gefunden, und zwar diese und diese.

Apr 222012
 

Kerstin von Testmama hat eine letzte Aufgabe vor der Endauslosung gestellt. Weil die Teilnahme an der Blogparade für uns ein schönes Ritual geworden ist, machen wir selbstverständlich mit.

Bei unserem Beitrag haben wir uns für ein Rätsel entschieden.

 

Viel Spaß!

Nur noch eine Regel: Bitte nicht die Lösung (etwas anderes natürlich gern!) als Kommentar hinterlassen, damit nachfolgende Leser auch noch mitraten können.

 


Apr 102012
 

… dann wäre sie, das ist für einen Angehörigen der Generation X ja wohl klar, ein umgebauter DeLorean DMC-12.

Bildquelle: Wikipedia

Eine Super-Zeitmaschine. Die beste, die jemals gebaut wurde. Mal angenommen, ich würde nicht ins größere Weltgeschehen eingreifen wollen, um Kriege zu beenden, Frieden zu stiften und hier und dort meinen unwahrscheinlich gewaltigen Reichtum nutzen (der – logisch – aus Sportwetten kommen würde), um die wirklich wichtigen Ansinnen der Menschheit voranzubringen…

… und der einzige Zweck und Nutzen dieser Zeitmaschine wäre es, unser Leben mit Kind zu verbessern …dann. Dann würde schonmal Einiges schieflaufen, aber es ist ja nur ein Gedanken-Experiment. Also, weiter im Text:

… dann würde ich eine Zeitreise zum Tag der Geburt unserer Tochter unternehmen. Morgens in der Früh, in unserer Lieblings-Brotzeitstube, würde ich so gegen 7.00h zwei kalte Wurstsemmeln kaufen. Mit denen in der Hand würde ich warten, bis mein Damals-Ich in den Laden kommt. Unauffällig würde ich sie ihm in die Tasche stecken. Mein Damals-Ich würde sich sicher freuen, wenn er statt nur vier Wurstsemmeln sechs Stück bei der Entbindung dabei hätte.

… dann würde ich immer im richtigen Augenblick auf den Kamera-Auslöser drücken; immer dann, wenn etwas Wichtiges passiert. Mein Damals-Ich hatte dafür nie Zeit.

“Warum schreibst Du nicht mal diese Woche bei der Eltern-Blog-Parade mit?”, hat sie gefragt. “Ja, gerne.”, hab ich gesagt. Also nicht wundern, liebe Blogparaden-Leser, wenn der Schreibstil dieses Mal etwas unvertraut wirkt. So wie jede Woche: Bei der Blogparade gibt es Sponsoren, Sponsoren, Sponsoren, und Sponsoren. Ah, und ich habe überall gern mitgelesen. Danke für die Blogparade!
… dann würde ich genauer Buch führen, wann unsere Kleine was kann. Die Bilder habe ich alle im Kopf, aber kein konkretes Datum dazu. Ja, das braucht’s nicht für’s Gefühl, schon klar. Aber für’s schlau daherreden, und wirre Tipps als erfahrener Vater geben: “Als unsere in dem Alter war, konnte sie schon manchmal auf Befehl schielen.” Oder so.

… dann könnte ich mich selbst vertreten; also den Müll rausbringen, Essen kaufen, Teile des Umzugs organisieren und so meinem Damals-Ich viel Zeit geben, um mich um meine kleine Familie zu kümmern.

… dann könnte ich diese total irren Geräusche aufnehmen, die neugeborene Kinder machen. Erinnert Ihr Euch? Absoluter Wahnsinn.

… dann könnte ich wie Grenouille (nur ohne irgendwem wehmut wehzutun, ist ja wohl klar) versuchen, den Geruch von kleinen Kindern einzufangen. Diese Hormonwahnsinns-Dusche, diesen Endorphin-Cocktail.

… dann würde ich schnell machen, dass ich wieder in die Gegenwart komme. Denn hier gehöre ich hin, hier ist mein Platz. Ganz genau hier, hier wo ich sein will.

Apr 032012
 

Testmama hat sich diese Woche eine kreative Aufgabe ausgedacht: ein Familien-ABC. Sponsoren sind diese, diese, diese und diese.

A uto: Ditte fährt nicht gern Auto und ist dabei manchmal ganz schön anstrengend.

B eruf: Familie und Beruf zu vereinbaren, ist eine der schwersten Herausforderungen, denen sich arbeitende Mütter stellen müssen. Vor allem, wenn das Betreuungsangebot zeitlich stark begrenzt ist.

C heeseburger: In der Schwangerschaft hatte ich total Appetit auf Käsebrote, ein Mal mitten in der Nacht. Das einzige, was sich da auftreiben ließ, war ein Cheeseburger. Ist irgendwie nicht ganz dasselbe.

D atteln: Wir sind wegen Ditte aufs Land gezogen. Dort gibt es zwar vieles, aber eben nicht alles. Auf vieles davon kann ich problemlos verzichten, aber frische Datteln im Winter vermisse ich immer noch.

E selwandern: Das ist einer unserer Urlaubsträume mit Kind. Wo? Noch keine Ahnung, aber Südfrankreich stelle ich mir reizvoll vor. Wann? Erst in ein paar Jahren.

F illy-Pferd: Dittes großer „Berufswunsch“ ist es, sich als Filly-Pferd zu verkleiden und damit Geld zu verdienen. Putzige Vorstellung…

G eburtstag: Mit Kind gibt es in der Familie wenigstens eine Person, die sich so richtig auf ihren Geburtstag freut. Außerdem kann man tolle Partys organisieren.

H aushalt: Ich hatte gehofft, ich würde mit Kind ein richtiges Haushalts-Elfchen werden. Das hat leider überhaupt nicht geklappt. Ich fürchte dazu gehört eine Art Hingabe an Haushaltstätigkeiten, die mir irgendwie vollständig zu fehlen scheint.

I talien: Unser erstes Urlaubsziel mit Kind war Südtirol. Dort haben wir einen entspannten Wanderurlaub verbracht.

J oghurt: Seit wir zu dritt sind, ist unser Joghurt-Konsum exponentiell angestiegen. Nicht nur Ditte liebt ihn heiß und innig, auch wir essen deutlich mehr davon.

K raxe: Als Kleinkind-Transportmittel im Urlaub hat sich die Kraxe bestens bewährt. Und zwar nicht nur in Südtirol, sondern auch in Mallorca, München oder am Gardasee. Armer Papa.

L lia: Dittes eindeutige Lieblingsfarbe ist lila. Allerdings dicht gefolgt von rosa.

M allorca: Nach Mallorca hat uns unsere erste Flugreise mit Kind geführt. Ditte redet immer noch davon, dass sie wieder dorthin möchte.

N achtschlaf: Den Nachtschlaf haben wir besonders in der ersten Zeit schmerzlich vermisst. Aber auch jetzt würden wir uns gelegentlich ein bisschen mehr davon wünschen.

O hrlöcher: Die Frage nach Ohrlöchern stellt sich bei einem Mädchen automatisch irgendwann. Bei uns hat sie sich sehr früh gestellt, denn eins der Mädchen im Kindergarten hat kurz nach der Geburt Ohrlöcher gestochen bekommen. Ditte hat keine Ohrlöcher, und die wird sie auch in absehbarer Zeit nicht bekommen.

P ortrait: Normalerweise sind wir sparsam mit Fotos vom Fotografen. Aber mit Kind haben wir die Gelegenheit schon mehrmals genutzt. Zum letzten Mal auf der Messe, wo man sich in Barockkleidern ablichten lassen konnte.

Q asseln: Seit Ditte angefangen hat zu sprechen, hört sie selten damit auf. Das ist zwar einerseits erfreulich, weil sie viel dabei lernt, andererseits ist es manchmal etwas anstrengend.

R osa: Meine absolute Hass-Farbe, bei der ich rot sehe, ist rosa. Leider lässt sich rosa bei Mädchen nur schwer umgehen.

S tille Stunde: Weil Ditte früh auf ein Mittagsschläfchen verzichtet hat, haben wir die stille Stunde eingeführt. Sie spielt in ihrem Zimmer oder ruht sich aus, wenn sie sehr müde ist, und ich die Gelegenheit in Ruhe ein wenig zu lesen.

T öpfchen: Das Töpfchen ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass in einem Haushalt Kinder leben. Wir haben verschiedene ausprobiert, und die meisten davon noch zu Hause.

U rlaub: Ditte fährt gern in Urlaub. Sie hat kein Problem damit, in einem Hotel zu übernachten, planscht gern am Strand im Wasser und ist unglaublich begeisterungsfähig und neugierig. Wir hoffen, dass sie das zu einem toleranten, aufgeschlossenen und wissbegierigen Menschen macht.

V ollzeitmama: Ich war nach Dittes Geburt fast drei Jahre lang (nicht ganz freiwillig) Vollzeitmama. Dafür bin ich wirklich nicht gemacht!

W aschanlagen: Seit Ditte ihre Umgebung bewusst wahrnimmt, sind wir an keiner Autowaschanlage vorbei gekommen. Wir mussten stehenbleiben und häufig bis zum Ende des Waschprogramms zusehen. Ich habe keine Ahnung, was daran so spannend ist…

X-mal: X-mal gab es Beschwerden übers Essen. Ditte ist, was Essen angeht, ausgesprochen wählerisch.

Y oga: Ich habe einen Yoga-Kurs für Schwangere besucht, der mir sehr viel Ruhe und Kraft gegeben hat.

Z wei Jahre: So alt war Ditte, als sie in die Kinderkrippe kam. Wir haben eine Einrichtung gefunden, mit der wir – bis auf die Öffnungszeiten und das fehlende Mittagessen – sehr zufrieden sind.

Mrz 262012
 

Bei Testmama gibt es eine neue Aufgabe, die dieses Mal dreigeteilt ist und gesponstert wird von diesen, diesen, diesen und diesen.


1.
Ihr lauft durch euer Haus bzw. eure Wohnung und findet drei Ecken / Orte / Plätze / Gegenstände, an denen man sofort erkennt, dass bei euch Kinder leben (das Kinderzimmer gilt nicht!).

Beinahe in jedem Zimmer kann man sehen, dass wir mit Kind leben. Weil Ditte am liebsten dasselbe macht wie wir, haben wir ihr in der Küche eine Spielecke eingerichtet, wo ihre Kinderküche steht.
Im Arbeitszimmer hat sie einen eigenen „Schreibtisch“ mit „Arbeitsmaterial“, wo sie bastelt und malt.

Unübersehbar ist auch die Ritterburg, die manchmal den halben Raum einnimmt.

2. Ihr nennt drei Gründe, woran Fremde, wenn sie sich mit euch unterhalten oder euch nur sehen, erkennen können, dass ihr Eltern seid.

Drei Dinge fallen mir sofort ein, an denen Fremde erkennen können, dass ich ein Kind habe. Wenig erstaunlich: Es scheinen allgemein übliche Erkennungszeichen für Eltern zu sein.

Unübersehbar und der Normalzustand, wenn ich nicht arbeite: Ditte ist dabei.

Logischerweise habe ich auch einen Kindersitz im Auto. Und nicht zuletzt habe ich meist eine Handtasche mit unglaublichem Fassungsvermögen dabei.

3. Ihr schießt ein Foto von einem Gegenstand, den ihr seit der Geburt eurer Kinder nicht mehr benötigt oder benutzt habt (wer keine Fotos machen will oder nicht mehr machen kann, kann auch nur darüber schreiben).

Ja, genau!

Ich gebe zu, dass ich ihn gelegentlich zur Sicherheit benutzt habe, aber nötig ist er wirklich nicht mehr. Wir werden morgens nicht mehr vom unangenehmen Weckerschrillen geweckt, sondern von einer piepsigen Kinderstimme, die „Hallo Mama, hallo Papa!“ ruft, allerdings manchmal zu unangenehmen Zeiten.

Mrz 192012
 

Bei Testmama geht es in Runde 10 mit der Frage: “Wie kinderfreundlich ist unser Land?”

Die Sponsoren der Wochenaufgabe sind diese, diese, diese und diese.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie kinderfreundlich unser Land ist. Ich weiß nicht, was kinderfreundlich ist, obwohl ich mir darüber schon Gedanken gemacht und sogar darüber geschrieben habe.

Ich glaube, dass noch nicht einmal wir Eltern in der Lage sind eine gemeinsame allgemein gültige Definition für „kinderfreundlich“ zu finden.

Das beginnt bereits beim Essen. Viele Restaurants bieten Kindergerichte oder sogar eine eigene Kinderspeisekarte an. Die umfasst meist Schnitzel mit Pommes, Pommes mit Ketchup, Nudeln mit Soße und Knödel mit Soße. Klar schmeckt das den Kindern. Aber ist es kinderfreundlich, den Kindern gesunde Nahrungsmittel wie Gemüse oder Obst komplett vorzuenthalten?

Bezüglich Ernährung bin ich noch nicht einmal extrem, denn ich verlange im Restaurant keine Bioqualität für die Ditte, keine ausgesuchten Filetstücke und Extrawürste auf dem Kinderteller. Aber wäre nicht genau das kinderfreundlich?

Wie sieht es mit besonderen Aufenthaltsräumen aus, beispielsweise dem Familienabteil im Zug oder den neu eingerichteten Kinderbereichen in einigen Flughäfen? Sind das nun Bereiche, die besonders kinderfreundlich sind, weil sie den Kindern genau das bieten, was sie benötigen, nämlich Freiraum sich ungestört zu entfalten, oder dienen diese Bereiche eher dazu, den anderen Passagieren oder Fluggästen einen von Kinderlärm ungestörten Raum zu bieten? Wäre es nicht kinderfreundlicher, einen separaten Bereich einzurichten für alle, die Ruhe vor Kindern haben wollen? Denn dann würden die Kinder nicht weggesperrt, unsichtbar und unhörbar für alle kinderlos Reisenden.

Ach ja, mir fallen da noch die besonders kinderfreundlichen Menschen ein. Das waren meist ältere Damen, die sich mit leidenschaftlicher Hingabe so tief in Dittes Kinderwagen gebeugt haben, dass wir bei einigen befürchteten, wir müssten ihnen wieder heraus helfen. Diese Damen haben es tatsächlich geschafft mit gesäuselten Begeisterungsstürmen unsere Ditte zum Weinen zu bringen. Ist es kinderfreundlich, ein Baby derart zu erschrecken? Ich meine nein, und Ditte wäre da bestimmt meiner Meinung.

Die Sache ließe sich noch ewig fortsetzen, denn was in Punkto Erziehung, Betreuung und Freizeitgestaltung kinderfreundlich ist, könnte von Eltern kaum unterschiedlicher bewertet werden. Nehmen wir den Punkt Freizeit beispielhaft heraus. Die einen Eltern bieten ihren Kindern ein täglich abwechslungsreiches, ausfüllendes Programm, angefangen von Sprachkursen über Musikschule bis hin zu verschiedenen sportlichen Aktivitäten. Die anderen lassen ihre Kinder nachmittags nach draußen, wo sie in natürlicher Umgebung ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen und dadurch ihre Kreativität fördern. Welcher Weg der richtige ist, entscheidet jede Familie für sich selbst, aber ich bin davon überzeugt, dass Förder-Eltern und Laissez-faire-Eltern sich trefflich darüber streiten könnten, was das Wort „kinderfreundlich“ genau bedeutet.

Der Staat (also die Bundesregierung, nicht Gemeinden oder Städte) hat es sich da in vielerlei Hinsicht leicht gemacht. Er legt sich nicht fest, was kinderfreundlich ist, und wie ein Staat kinderfreundlich sein soll, sondern reduziert es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Geld. Das Kindergeld, Elterngeld oder was auch immer bekommen die Eltern. Sollen die doch selbst entscheiden, was Kinderfreundlichkeit eigentlich ist.