Apr 142012
 

Den ersten Teil und noch mehr Bilder gibt es hier:

Ausflug mit Kind nach Linz (Teil 1)
Tagesausflug nach Linz

 

Ditte durfte entscheiden, ob sie lieber ins Lentos oder in die ARS Electronica gehen will. Sie hat sich für die ARS Electronica entschieden – eine ausgezeichnete Wahl, obwohl ich das Lentos auch spannend gefunden hätte, denn dort gibt es neben der Sammlung, die Gemälde, Skulpturen und Fotografien beginnend ab dem führen 19. Jahrhundert eine Ausstellung mit dem Titel „CAR CULTURE. Das Auto als Skulptur“. Eines der Exponate konnten wir bereits auf dem Hauptplatz bewundern.

 

Die ARS Electronica ist eigentlich kein Museum, zumindest kein klassisches Fass-ja-nichts-an-und-sei-leise-Museum. Dort geht es um Technik, Maschinen und Roboter. An allen Ecken quietscht und rasselt es, es blinkt oder flimmert über Bildschirme. Und es gibt viel zum Anfassen und Ausprobieren.

Ditte hat ein 3D Bild an einem Monitor gemalt, das leider nicht ausgedruckt werden konnte, weil sich die Linien überschnitten haben. Sonst hätten wir dank eines freundlichen Mitarbeiters jetzt ein von ihr gezeichnetes maschinell ausgeschnittenes 3D Objekt zu Hause.

Die Mitarbeiter, die Infotrainer, waren mit das Beste, was die ARS Electronica zu bieten hatte. Meist sah man die Damen und Herren mit den orangen Hemden umgeben von einer Traube staunender Kinder, die ihnen von einer Versuchsstation zur nächsten folgten. Trotzdem gab es überall noch einen Infotrainer, der Zeit hatte, erklärte oder auf Dinge hinwies, die ein Kleinkind wie unsere Ditte interessieren könnten. Eine Infotrainerin begleitete uns sogar vom ersten in den zweiten Stock. „Macht nichts, ich bin für beide Bereiche zuständig“, erklärte sie uns. Danke! Das war wirklich super-nett! (Ich bitte die „!“ zu verzeihen. Ich versuche darauf zu verzichten, aber in diesem Fall waren sie unumgänglich.)

Deshalb sah Ditte zu wie Paro, eine flauschige Roboter-Robbe, die zu Therapiezwecken eingesetzt wird, eine Fellpflege bekam und erfuhr, dass Paro nicht gern an den Barthaaren gezupft wird. Sie sah die mikroskopische Vergrößerung ihres Pullis, ihrer Hose, ihrer Haut und sogar ihrer Haare. An einer Maschine durfte sie kurbeln bis Blitze zwischen zwei Metallpolen hin und her sprangen und es ordentlich krachte. In der Ausstellung „Wovon Maschinen Träumen“ setzte sie die wunderbar zweckfreien Maschinen in Gang, die sich drehten und leuchteten, dass wir ihnen stundenlang hätten zusehen können.

Einer der spannendsten Teile war der Deep Space. In diesem Raum können Filme an eine Wand und auf den Boden projiziert werden, auch in 3D und auf insgesamt 16 mal 9 Meter. Wir haben uns in die Projektionsfläche am Boden gesetzt und mit 3D Brillen auf der Nase das Universum bereist. Ausgehend von der Erde sind wir immer weiter ins All gereist, unheimlich dicht an einigen Planten und Monden vorbei, die direkt auf uns zuzufliegen schienen.

Neben zwei kurzen Animationsfilmen (in 2D) gab es noch die Streif-Abfahrt in 3D. Ich bin noch nie zuvor so gut Schi gefahren. Wir sind zum Glück sitzen geblieben, denn sonst hätten sich die Leute hinter mir sicherlich kringelig gelacht, weil ich mich so doll in die Kurven gelegt habe. Es war auch im Sitzen ein unglaubliches Erlebnis. Hier ist übrigens der Film, ist aber in 2D und am Bildschirm nur halb so spektakulär.

Geendet hat unser Besuch der ARS Electronica übrigens in einem kleinen Kinderdrama. Denn Ditte, die zuerst gar nicht reingehen, sondern lieber gleich heim fahren wollte, wäre gern viel länger geblieben, weil es ihr so gut gefallen hat. Es war ein hartes Stück Arbeit sie doch zum Mitkommen zu überreden.

Apr 132012
 

Am Pöstlingberg

Hier haben wir bereits einige Bilder von unserem Tagesausflug nach Linz gezeigt. Heute gibt es noch mehr Bilder und Text dazu, denn Linz ist definitiv einen Besuch wert. Denn Linz wurde nicht nur 2009 zur europäischen Kulturhauptstadt gewählt, sondern bietet auch einige Attraktionen, die Kinder und Eltern begeistern können.
Wir sind mit der Trambahn auf den Pöstlingberg gefahren. Leider – oder zum Glück? – nicht mit Nostalgiewagons, denn diese sind offen und werden daher nur im Sommer eingesetzt, und gestern war es in Linz trotz teilweisem Sonnenschein eher kühl.

Der Froschkönig

Vom Pöstlingberg aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Den Besuch der Wallfahrtkirche haben wir uns geschenkt, aber die Grottenbahn haben wir besucht. Die gibt es bereits seit 1906, fairerweise muss man dazu sagen, dass sie im zweiten Weltkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Spaß macht es aber immer noch mit dem Drachen „Lenzibald“ an kleinen Figurenszenen überwiegend aus dem Zwergenreich vorbei zu fahren. Besonders eindrucksvoll war die dritte Runde, bei der die bunten Lichter in Tunneldecke und –wänden angeschaltet waren.
Danach gingen wir einen Stock tiefer zu einem verkleinerten Nachbau des Linzer Hauptplatzes, in dessen Seitenstraßen lebensgroße Märchendarstellungen zu finden sind. Wir begegneten Schneewittchen, Frau Holle, Dornröschen, der gestiefelte Kater und noch viel mehr Märchengestalten. Wir wissen zwar nicht, ob das erlaubt ist, waren aber auch nicht die ersten, die eine Münze in den Brunnen des Froschkönigs geworfen haben. Hoffentlich findet der arme Frosch die goldene Kugel der Prinzessin trotz der vielen glitzernden Münzen.

 

Linzer Hauptplatz

Unseren Spaziergang über den „echten“ Linzer Hauptplatz haben wir wegen der kühlen Temperaturen eher kurz gehalten. Ich kann mir vorstellen, dass man dort im Sommer wunderbar in der Sonne sitzen, Eis oder Kuchen essen und das Stadtleben an sich vorüber ziehen lassen kann.

 

Der zweite Teil unseres Ausflugs nach Linz ist mittlerweile auch geschrieben.

Mrz 292012
 

Das Wetter wird zusehends besser, Deutschland liegt mitten im Hochdruckgebiet. Der Frühling kommt mit aller Gewalt. Zeit, in die Luft zu gehen.

Unter www.blogg-dein-flug.de kann man viele Details über eine wirklich nette Aktion nachlesen, mit der auf die private Fliegerei aufmerksam gemacht werden soll. Die Sache ist schnell erklärt: Blogger dürfen eine Runde im Flugzeug mitfliegen, wenn sie versprechen, hinterher darüber zu berichten.

Kinder, Eltern, Junge, Alte… Mitfliegen, so verspricht es der Initiator Sebastian W., ist ein tolles Erlebnis. Seine Kinder würden am Liebsten den ganzen Tag lang fliegen.

Die Sache läuft gut – der Zwischenstand bislang:

  • 29 Bewerbungen von Blogs
  • 19 Piloten wollen mitmachen
  • die ersten Flüge werden vereinbart und finden statt
  • zweimal bemängelt wurde die Syntax des Blognamens

Unter den Lesern unseres Familienblogs sind wiederum auch viele Blogger – vielleicht ist das ja genau für Euch das Richtige? Seid Ihr abenteuerlustig? Wollt Ihr etwas besonderes erleben, etwas großartiges, fantastisches, das Ihr nie vergessen werdet?

Ja, ich höre die Frage im Raum stehen: Na, warum macht Ihr denn selbst nicht mit? Wir arbeiten dran; in ein paar Wochen ist in unserem entlegenen Winkel des Landes eine Flugschau. Schaun mer mal, wie der Kaiser einst sagte. Und so empfehlen es ja auch die Autoren des Flugblogs: Langsam an die Fluggeräte annähern, die Flieger erst von außen ansehen, Vertrauen fassen. Und dann abheben und genießen.

Mrz 212012
 

Eine Messehalle

Messen sind toll.

Wir waren gerade erst auf einer, zum ersten Mal mit einem Kind außerhalb des Kinderwagens.

Die Messe war eine Art Verbrauchermesse, auf der es alles Mögliche gab, angefangen von Jacuzzis  von mindestens drei verschiedenen Herstellern über Tourismusangebote, Gartentraktoren zum Rasenmähen, Fertigsuppen, Elektroautos bis hin zu Handlesen und Fotografien in Barockkostümen. Es gab also alles, von dem die Anbieter meinen, dass man es dringend brauchen könnte.  Man konnte vieles probieren und an einigen Ständen an Gewinnspielen teilnehmen.

Und natürlich gab es auch Kinderbetreuung. Die ersten Hinweise darauf fanden sich bereits am Eingang, wo mit einem freundlich gestalteten Schild darauf hingewiesen wurde, in welchem Messehalle die Kinderbetreuung zu finden war. Wir folgten den Schildern, denn wir wollten Ditte auf keinen Fall etwas vorenthalten. In vielen Kaufhäusern und Möbelhäusern gibt es ja so hervorragende Kinderbetreuung, dass man sich, sollte man die Dreistigkeit besitzen dem Kind den Aufenthalt dort zu verweigern, bitterböse Beschwerden anhören muss. Das wollten wir natürlich vermeiden und uns vielleicht den einen oder anderen Stand ungestört ansehen.

Die Kinderbetreuung war in einer Halle untergebracht, in dem fast ausschließlich Nahrungsmittel angeboten wurden. Den zentralen Punkt des Ganzen bildete ein Biergarten, der sich direkt an die gläserne Wurstküche anschloss, wo man die Fertigung von Leberkäse und Weißwürsten („den ganzen Tag aus frischer Herstellung“). Der feine Duft von frischen Metzgerwaren war allgegenwärtig und auf Dauer auch ziemlich penetrant.

Irgendwo im hinteren Teil der Halle war ein Bereich mit Messestellwänden abgeteilt. An der metallenen Messetür fand sich wieder eines dieser Schilder, die auf die Kinderbetreuung hinwies, offenbar in dem Kämmerchen, da sich hinter der wenig einladenden Metalltür befand. Naja, dachte ich, anschauen schadet nicht. Leider war es drinnen nicht besser. Biertische, die wenigen traurig dreinblickende Kinder, mehr aufgesetzt freundlich grinsende Damen fortgeschrittenen Semesters und die sehr übersichtliche Anzahl von Buntstiften samt Malblättern waren abschreckend genug, um die Tür schleunigst wieder zu schließen ohne Ditte vorher in dieses Horrorkabinett geschubst zu haben.

Wir nahmen Ditte also mit.

Was soll ich sagen?

Ich würde nicht mehr ohne Kleinkind auf eine solche Messe gehen.

Ditte fand alles toll. Die Rasenmähertraktoren rissen sie zu wahren Jubelstürmen hin, mit Begeisterung planschte sie mit den Händen in den Jacuzzis und in den Türenausstellungen testete sie jede Tür, nur um anschließend mit einem lauten „Kuckuck“ wieder hervor zu kommen.

Dann gab es noch die Gewinnspiele, viele davon mit einem Glücksrad. Selbstverständlich musste jedes Rad von ihr persönlich gedreht werden. Sie stellte sich bei einem sogar brav in der Schlange an und wartete bis sie an der Reihe war. Ihren Gewinn, einen Eimer, trug sie selbst bis er ihr zu schwer wurde, denn der Eimer wurde nach und nach mit Messebeute gefüllt.

Und Messebeute gab es dank Ditte so viel wie nie zuvor. Ich habe bisher noch nicht erlebt, dass Messehostessen einem nachlaufen, nur um dem Kind eine Packung Gummibärchen, ein Malbuch oder sonst was in die Hand zu drücken. Wir mussten auch nirgends warten, wenn wir Informationen an einem Stand haben wollten. Es hatte immer sofort jemand für uns Zeit.

Was mich allerdings verwunderte: Es waren sehr wenig Kinder in Dittes Alter da. Einige Eltern waren mit Kinderwagen unterwegs, aber frei laufende Kleinkinder waren überaus rar. Seltsam. Anscheinend ist es unter Kleinkindeltern nicht allgemein bekannt, dass eine Messe an Spannung, Spiel und Gummibärchen fürs Kind kaum zu überbieten ist.

Auf die nächste Messe werden wir Ditte auf alle Fälle wieder mitnehmen. Und wenn sie irgendwann zu alt ist für den Spaß oder keine Lust auf Messe hat, muss ich eben bei Freunden ein Kleinkind für den Messebesuch ausleihen.

Jan 302012
 

Liebe Schneefreunde,

weil dieser Winter so schneearm ist, haben wir nochmal ein besonderes Schmankerl.
Wir haben einen Ausflug ins tiefverschneite Mitterfirmiansreut im Bayerischen Wald gemacht und die Schneekirche besucht. Die hat ein Förderverein in Erinnerung an die aus Protest im Jahr 1911 errichtete Schneekirche gebaut. Hintergründe und weitere Informationen gibt es unter Schneekirche.com. Dort sind auch ein paar schönere Bilder zu finden, als wir sie gemacht haben, denn bei unserem Ausflug war das Wetter nicht optimal, von meinen fotografischen Künsten ganz zu schweigen.
Noch bis Ende März ist ein umfangreiches Programm geplant, danach rechnen die Erbauer nicht unbedingt damit, dass die Kirche noch steht, beziehungsweise zu besichtigen ist.

Dass die Kirche so ein Publikumsmagnet wird, hat wahrscheinlich kaum jemand erwartet.
Wir auch nicht, als wir zum ersten Mal dorthin fahren wollten. Nach etwa einer dreiviertel Stunde im Stau vor Mitterfirmiansreut – was für einen Ort mit einer sehr überschaubaren Einwohnerzahl von deutlich unter 1.000 doch ganz beachtlich ist – sind wir nach Philippsreut abgebogen, haben den Schilift angesehen und Ditte zum ersten Mal auf Schi gestellt.

Wann zur Schneekirche?

Wer vorhat, die Schneekirche selbst zu besuchen, sollte das vielleicht nicht vormittags oder zur Mittagszeit machen, da wollen nämlich alle hin.
Zur Kirche gelangt man über einen breiten Schneepfad, der stellenweise ein wenig steil ist. Meine Winterstiefel mit Absätzen waren nicht gerade das geeignete Schuhwerk, und für kleinere Kinder empfiehlt es sich, eine Kraxe oder einen Schlitten mitzunehmen. Normalerweise muss man Eintritt bezahlen, wenn man das Gelände um die Kirche besichtigen will, aber weil bei unserem Besuch die Außentemperatur bei etwa drei Grad plus lag, war der Kircheninnenraum gesperrt, das Gelände jedoch eintrittsfrei zugänglich.

Und danach?

Ein Besuch der Schneekirche ist sicherlich kein Vergnügen für einen ganzen Urlaubstag, aber Mitterfirmiansreut bietet außerdem eine Rodelbahn, die praktischerweise direkt bei den Parkplätzen liegt, von denen man die Schneekirche am günstigsten erreicht. Außerdem gibt es ein kleines, aber schönes Schigebiet, das sehr familienfreundlich ist. Das Kinderland mit drei „Zauberteppichen“ (Förderbänder für Schianfänger) liegt etwas abseits, verfügt aber über einen eigenen Parkplatz.
Wir haben die Rodelbahn getestet. Unser Testergebnis: Bergab optimal. Bergauf hätte der Papa schneller ziehen können.