Spielzeug der Woche: Malkasten
Der Pelikan Deckfarbkasten ist wohl so eine Art Industriestandard für den Kunstunterricht – und jetzt, wo das neue Schuljahr in manchen Bundesländern vor der Tür steht, wird das Ding auch entsprechend gern gekauft. Die Farben – so hoffen die Eltern – sehen genau so aus, wie sich die Kunstlehrer das wünschen mögen. Nicht, dass der Kunstkarriere der Kinder (oder wenigstens der guten Kunstnote) ein preisgünstigerer Malkasten im Weg steht.
Aus meiner eigenen Schulzeit kenne ich den Malkasten ja auch noch:
- Als allererstes war immer das Deckweiß leer. Nachkaufen habe ich dann regelmäßig vergessen. Warum nur tun die Hersteller so wenig Deckweiß zu so vielen Farben in den Kasten?
- Die Mischung von allen Farben aus dem Malkasten ergab weder weiß noch schwarz – auch wenn unser Kunstlehrer in Farblehre offensichtlich so etwas erklären wollte. Nein, die Mischung ergab ein eklig schimmerndes braun.
- Ziemlich schnell leer waren meine Lieblingsfarben – blau und grün. Hey, ich wusste schon, was sich als Junge gehört. Außerdem malten wir andauernd Unterwasserbilder. Jedes Jahr. Wir hätten ja auch ‘mal etwas braunes malen können, braun hätte ich eh in fast jedem Farbtöpfchen gehabt. Aber nein: Es musste blaues Wasser sein, und damit war wieder der Gang in den Schreibwarenladen fällig. Wo ich blaue Farbe kaufte, und natürlich nicht an das Deckweiß dachte.
- So richtig toll und sauber war der Malkasten eigentlich nur im Neukauf-Zustand. Nach der ersten Benutzung schon war er irgendwie bunter, und so ganz saubere Farbtöne konnte ich auch nie mischen; ein leichter Schatten von “Schon wieder nicht den Malkasten sauber ausgewischt-Braun” zog sich durch alle meine Bilder.
In der Reihe “Spielzeug der Woche” stellen wir Spielzeug vor, das uns gefällt. Oder auch nicht.
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