Schenkt das nicht Euren Kindern (bitte)

Ich hatte eine in der Hand – Gitarre, 29.90 Euro, mit Saiten und Tasche. In Kindergröße, laut Kartonaufschrift aus Palisander.

Ein bisschen Drehen an den Stimmwirbeln, und die Geräusche hatten schonmal die richtige Tonhöhe. Also, für einen kurzen Augenblick wenigstens – das seltsame Holz/Leim-Gemisch, aus dem Gitarrenhals und Gitarrenkorpus tatsächlich bestanden, gab dem Druck gern nach, und der Hals krümmte sich freundlich in Richtung Korpus.

Die Töne der Gitarre selbst waren grausam, blechern, leb- und farblos. Die Verarbeitungsqualität unter aller Kanone – beim Entlangrutschen am Hals fielen Leimreste und scharfe Kanten unangenehm auf. Der Korpus selbst roch irgendwie chemisch, und von Bundreinheit war nichts zu merken. Bundreinheit würde – für Nichtgitarristen – eigentlich bedeuten, dass ungefähr die Töne zu hören sind, die man in einer europäischen Tonleiter so erwartet, wenn man die Saiten am Hals zwischen zwei Bünden niederdrückt und dann anschlägt.

Instrumentenbauer ist ein hochanständiger Lehrberuf, und Musikalienhändler ebenfalls. Wenn also Eure Kinder jemals ein Instrument lernen wollen: Geht nicht zum Spielzeughändler, sondern fragt einen Fachverkäufer nach Angeboten. Jedes beliebige Stück Holz, das er im Laden hat, wird besser sein als der Plastiktand, der beim Spielwarenmassenhändler die Regale füllt. So viel teurer ist es auch wieder nicht – und Eure Ohren werden es danken.

Ob das auch für Blockflöten, Trommeln und Keyboards gilt?

Probiert’s aus. Aber sagt nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt.

Ein paar Geschenktipps haben wir noch hier: Spielzeug-Empfehlungen

Ähnliche Artikel:

Comments are closed.