Kinderbuchtest: “Pip und Posy – der tolle Roller” und “Pip und Posy – Die kleine Pfütze” von Axel Scheffler
Wir machen eigentlich keine Produkttests. Eigentlich, denn gelegentlich machen wir mal eine Ausnahme.
Hier haben wir eine gemacht. Und wer würde dafür keine Ausnahme machen – trotz rosa?
Und dafür haben wir eine gemacht. Wir fanden die Idee lustig, ein Kindertöpfchen zu testen, und völlig überzeugt hat uns der Werbespruch.
Ach ja, und hier kommt unser dritter Produkttest, der eigentlich gar keiner ist.
Denn eigentlich wollte ich keine zwei, geschweige denn drei Rezensionen über Bücher desselben Autors/Illustrators schreiben, aber „Grüffelo“ und „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ – das musste einfach sein. Aber wie hätten wir widerstehen können, als der Carlsen-Verlag anfragte, ob er uns zwei Kinderbücher von Axel Scheffler zuschicken darf?
Deshalb zum dritten Mal: Axel Scheffler.
„Pip und Posy – Der tolle Roller“ und „Pip und Posy – Die kleine Pfütze“
Die beiden Geschichten sind eher für kleinere Kinder gedacht, denn der Text beschränkt sich auf ein bis zwei Sätze pro Seite. Teilweise auf ein einzelnes Wort, das aber keineswegs verlassen dasteht, sondern in bunten Axel-Scheffler-Bildern. Ich mag diese verspielten, freundlichen und ideenreichen Bilder, auch wenn mir ein wenig die Reime fehlen, die den Reiz der beiden anderen Bücher mit ausmachen. Pip und Posy sind eben für ein etwas jüngeres Publikum bestimmt.
Die Geschichten handeln von den Freunden Pip und Posy, einem Hasen und einer Maus. Deren Freundschaft ist das bestimmende Thema, denn durch sie lassen sich einige Missgeschicke und Hindernisse überwinden.
Als Posy (in „Der tolle Roller“)Pip den Roller wegnimmt, ist der zuerst mächtig sauer – verständlich. Trotzdem hilft er ihr, als sie mit dem Roller stürzt und sich das Knie aufschlägt. Mit Heftpflaster, Posys Kuschelfrosch und einer festen Umarmung. Und schon ist der Streit wieder vergessen, sie spielen gemeinsam im Sandkasten und fahren gemeinsam nach Hause, zu zweit auf dem tollen Roller.
Pflaster-Kleben und Umarmen gehört in den meisten Familien zu den festen Ritualen bei kleineren Verletzungen. Das – wie auch viele weitere Elemente beider Bücher – hat einen hohen Wiedererkennungswert für Kleinkinder.
Dazu kommen die bunten Bilder, die auch für drei bis vierjährige Kinder durchaus interessant sind, weil sich darin viele witzige und liebevolle Details verstecken, beinahe wie in einem Wimmelbuch. Im tollen Roller weint ein graues Häschen um eine verlorene Kugel Erdbeereis, ein Eichhörnchen spielt mit einer Raupe und, als Posy mit dem Roller stürzt, taucht ein Rabe auf – Zufall oder Absicht?
In der kleinen Pfütze schützen sich zwei Käfer mit einem Blatt gegen den Regen, an der Wand hängt ein Bild von Pip und Posy auf dem Roller, und zwei Bilder weiter – ja, das könnte ein entfernter Verwandter des Grüffelo sein.
Ach ja, und falls es irgendwann einmal Posys Kuschelfrosch zu kaufen gibt: Den will ich unbedingt haben!
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