Ich gebe es ehrlich zu: Ich hab’s komplett verpeilt.
Das mit dem Mutti-Kennenlern-Nachmittag im Kindergarten. Das Event hatte natürlich einen geschmackvolleren Namen, aber nachdem ich die Einladung dafür irgendwie überlesen habe, kann ich nicht sagen, welchen.
Selbstverständlich hatte ich davon gehört, und mir sogar einen Tag Urlaub genommen – und das obwohl an exakt diesem Tag der Betriebsausflug meines Arbeitgebers stattgefunden hätte.
Was mir total entgangen ist: Die Vorbereitung.
Darauf gestoßen bin ich erst, nachdem die Kindergärtnerin meinen Mann ansprach, ob ich kommen würde, denn ich hätte mich noch nicht in die Liste eingetragen. Selbstverständlich fragte sie nicht, ob er kommen würde, denn in unserer Gegend sind Männer im Kindergarten ähnlich häufig wie eine große Planetenkonjunktion.
Ich habe tags darauf, als ich die Ditte vom Kindergarten abgeholt habe, einen Blick auf die ominöse Liste geworfen. Untereinander standen die Namen aller Kinder der Gruppe und daneben jeweils ein freies Feld, in das eingetragen werden konnte, was die jeweilige Mutti mitbringen wollte. Ich hab‘ mich mal nicht eingetragen, denn da stand schon so viel drauf, dass man damit problemlos eine Hochzeitsgesellschaft mit knapp zweihundert Gästen hätte versorgen können.
Na gut, so ganz ohne mitgebrachtes Essen bin ich dann doch nicht hingegangen. Ich habe eine paar Äpfel geschält und in handliche Stücke geschnitten und noch eine Tüte Gummibärchen dazu gepackt, um meinen guten Willen zu zeigen.
Hätte ich da schon gewusst, was ich heute weiß, dann hätte ich sicherlich einiges anders gemacht.
Zuerst einmal hätte ich gewusst, dass unsichtbar hinter der Tür eine Liste hängen wird. Ich hätte mich als Erste in diese Liste eingetragen. Ich hätte bereits zu Beginn des Kindergartenjahres neue Ausstechformen gekauft. Ich hätte einen ganzen Nachmittag im Supermarkt … äh, Biomarkt, natürlich … verbracht, um das Beste einzukaufen. Ich hätte mich den gesamten nächsten Vormittag damit beschäftigt, niedliche Pilze, Blümchen oder sonstwas aus sorgfältig in Scheiben geschnittenem Obst, Wurst, Käse oder gar Brot auszustecken. Daraus hätte ich winzige appetitliche Häppchen kreiert, die ich auf einem gewaltigen silbernen Tablett drapiert hätte, zwischen saftigen Weintrauben, Käseherzchen und Paprika-Rauten.
Leider habe ich nicht gewusst, dass die Veranstaltung ein Schönheitswettbewerb für Essen ist.
Ach ja, die Gummibärchen waren weg wie nix, dafür habe ich mir eine Menge missbilligende Blicke eingefangen. Und ich fürchte, ich werde das nächste Mal auch nicht den ersten Preis für die Schönste Platte absahnen. Nicht, weil ich nicht könnte, sondern weil es mir an zwei wesentlichen Voraussetzungen dafür fehlt: Zeit und Lust.
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*kicher* – ich merke gerade, welch unverschämtes Glück wir mit unserem Kiga haben, die Leiterin antwortet auf die Frage, was wir mitbringen sollen, immer: “Das machen wir schon allein, wir wissen doch am besten, was fehlt und allen schmeckt!” Aber ernsthaft: die Kinder sind in der Kita, damit Mama und Papa ihrer Arbeit nachgehen können (und nicht kunstvolle Tierchen aus Gemüse ausstechen – Paprika und Gurke werden auch gegessen, wenn sie in Streifen und Scheiben geschnitten werden …) – einfach lächeln und winken
Patricia veröffentlichte kürzlich Ich und die Wurst
Unser Kindergarten hat leider keine Nachmittagsgruppe. Wenn man die nachmittägliche Kinderbetreuung nicht irgendwie mit Verwandten oder Tagesmutter organisieren kann, muss halt ein Elternteil zu Hause sein. Das sind meist die Mamas, und die füllen ihre Vormittage dann mit kunstvollen Gemüsearrangements oder anderen Beschäftigungstherapien.
*lächelt und winkt*
Andrea veröffentlichte kürzlich Darum.
Ooooh. Heute entdeckte ich auch solchen Zettel bei uns – den geheimen habe ich auch noch nicht gefunden.. mal sehen, ob ich eine der Betreuerinnen erwische – das Wort “Erzieherin” gefällt mir hier irgendwie nicht, als würde man das selbst nicht auch machen
… und notfalls bring ich als Quotenmann auch Gummibärchen mit…
In diesem Sinne & Grüße
Sven
zwillingspapi veröffentlichte kürzlich Wenn ich groß bin, werde ich Seehund – Nikolaus Heidelbach