Ausflug mit Kind nach Linz (Teil 2)
Den ersten Teil und noch mehr Bilder gibt es hier:
Ausflug mit Kind nach Linz (Teil 1)
Tagesausflug nach Linz
Ditte durfte entscheiden, ob sie lieber ins Lentos oder in die ARS Electronica gehen will. Sie hat sich für die ARS Electronica entschieden – eine ausgezeichnete Wahl, obwohl ich das Lentos auch spannend gefunden hätte, denn dort gibt es neben der Sammlung, die Gemälde, Skulpturen und Fotografien beginnend ab dem führen 19. Jahrhundert eine Ausstellung mit dem Titel „CAR CULTURE. Das Auto als Skulptur“. Eines der Exponate konnten wir bereits auf dem Hauptplatz bewundern.
Die ARS Electronica ist eigentlich kein Museum, zumindest kein klassisches Fass-ja-nichts-an-und-sei-leise-Museum. Dort geht es um Technik, Maschinen und Roboter. An allen Ecken quietscht und rasselt es, es blinkt oder flimmert über Bildschirme. Und es gibt viel zum Anfassen und Ausprobieren.
Ditte hat ein 3D Bild an einem Monitor gemalt, das leider nicht ausgedruckt werden konnte, weil sich die Linien überschnitten haben. Sonst hätten wir dank eines freundlichen Mitarbeiters jetzt ein von ihr gezeichnetes maschinell ausgeschnittenes 3D Objekt zu Hause.
Die Mitarbeiter, die Infotrainer, waren mit das Beste, was die ARS Electronica zu bieten hatte. Meist sah man die Damen und Herren mit den orangen Hemden umgeben von einer Traube staunender Kinder, die ihnen von einer Versuchsstation zur nächsten folgten. Trotzdem gab es überall noch einen Infotrainer, der Zeit hatte, erklärte oder auf Dinge hinwies, die ein Kleinkind wie unsere Ditte interessieren könnten. Eine Infotrainerin begleitete uns sogar vom ersten in den zweiten Stock. „Macht nichts, ich bin für beide Bereiche zuständig“, erklärte sie uns. Danke! Das war wirklich super-nett! (Ich bitte die „!“ zu verzeihen. Ich versuche darauf zu verzichten, aber in diesem Fall waren sie unumgänglich.)
Deshalb sah Ditte zu wie Paro, eine flauschige Roboter-Robbe, die zu Therapiezwecken eingesetzt wird, eine Fellpflege bekam und erfuhr, dass Paro nicht gern an den Barthaaren gezupft wird. Sie sah die mikroskopische Vergrößerung ihres Pullis, ihrer Hose, ihrer Haut und sogar ihrer Haare. An einer Maschine durfte sie kurbeln bis Blitze zwischen zwei Metallpolen hin und her sprangen und es ordentlich krachte. In der Ausstellung „Wovon Maschinen Träumen“ setzte sie die wunderbar zweckfreien Maschinen in Gang, die sich drehten und leuchteten, dass wir ihnen stundenlang hätten zusehen können.
Einer der spannendsten Teile war der Deep Space. In diesem Raum können Filme an eine Wand und auf den Boden projiziert werden, auch in 3D und auf insgesamt 16 mal 9 Meter. Wir haben uns in die Projektionsfläche am Boden gesetzt und mit 3D Brillen auf der Nase das Universum bereist. Ausgehend von der Erde sind wir immer weiter ins All gereist, unheimlich dicht an einigen Planten und Monden vorbei, die direkt auf uns zuzufliegen schienen.
Neben zwei kurzen Animationsfilmen (in 2D) gab es noch die Streif-Abfahrt in 3D. Ich bin noch nie zuvor so gut Schi gefahren. Wir sind zum Glück sitzen geblieben, denn sonst hätten sich die Leute hinter mir sicherlich kringelig gelacht, weil ich mich so doll in die Kurven gelegt habe. Es war auch im Sitzen ein unglaubliches Erlebnis. Hier ist übrigens der Film, ist aber in 2D und am Bildschirm nur halb so spektakulär.
Geendet hat unser Besuch der ARS Electronica übrigens in einem kleinen Kinderdrama. Denn Ditte, die zuerst gar nicht reingehen, sondern lieber gleich heim fahren wollte, wäre gern viel länger geblieben, weil es ihr so gut gefallen hat. Es war ein hartes Stück Arbeit sie doch zum Mitkommen zu überreden.
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