Aufgabe 6 bei Testmamas Eltern-Kind-Blogparade steht an. Dieses Mal geht es um das Thema Schritte und Schuhe, wie immer mit jeder Menge kreativem Freiraum. Die Sponsoren dieser Woche sind diese, diese, diese und diese.

Ich muss etwas gestehen: Wir haben es getan!

Wir haben Ditte diesen Winter billige Winterstiefel gekauft. Wir machen’s nicht wieder.
Sie braucht ein Paar für zu Hause, eins für den Kindergarten und ein drittes als Ersatz zu Hause, falls die Schuhe doch mal nass werden sollten. Nächstes Jahr wird sie die sicherlich nicht mehr tragen können, es sie denn wir geben Aschenputtels Stiefmutter und schneiden die Füße in Form (aber ich glaube, das ist ein wenig aus der Mode geraten, denn wer will schon das viele Blut im Schuh…). Gebrauchte Schuhe kaufen und verkaufen finden wir irgendwie unhygienisch.

Beim überschlägigen Rechnen ist uns aufgefallen, dass drei Paar Winterschuhe für eine Saison zu kaufen ein recht teurer Spaß wird. Also haben wir dort gespart, wo es noch ging: Beim Preis.
Bei Kinderschuhen sind die Preisschwankungen immens. Während die günstigsten Winterstiefel gerade mal 11 Euro gekostet haben, waren die Grenzen nach oben hin praktisch offen, wobei die meisten Winterstiefel im Preisbereich bis 80 Euro lagen. Ja, 80 Euro für winzige Winterstiefel ohne Schnickschnack, ohne exotische Markennamen und ohne auch nur ein Fitzelchen Leder.
Also haben wir zum Billigmodell gegriffen, und “wasserabweisend” klingt ja so ähnlich wie “wasserdicht”. Ist es aber nicht.
Das mussten wir vor allem nach dem Kindergarten feststellen, wenn Ditte über kalte Füße klagte. Nicht, dass die Stiefel dünn gewesen wären, sie waren trotz Imprägnierung nicht ganz dicht. Und die eindringende Nässe verwandelte die kleinen Kinderfüsse in eiszapfenartige Gebilde mit ebenso kalten Zehen dran. Als ich die nassen Strümpfe gesehen und die kalten Füße gefühlt habe, hat mich das schlechte Gewissen  gepackt. Wie konnte ich nur glauben, dass wasserabweisend bei einem Kind, das gern in Wasserpfützen hüpft, ausreichen würde? Und wer hat uns auf die unsinnige Idee gebracht ausgerechnet bei den Schuhen sparen zu wollen?

Zugegeben, hochwertige Schuhe kosten einen Batzen Geld, aber das ist uns die Gesundheit unserer Kleinen künftig wert, denn nichts macht so zuverlässig krank wie ein Paar eiskalter, nasser Füße.
Deshalb werden wir Winterstiefel nur noch dann kaufen, wenn sie folgende Kriterien erfüllen:

  • warm
  • wasserdicht
  • atmungsaktiv

Ordentlich gefüttert müssen sie sein und idealerweise über eine dieser Tex-Membranen verfügen, die beides können: Wasser draussen lassen und Schwitzefußmief raus. Dann sind wir zwar um einen Packen Geld ärmer, aber Dittes Füße bleiben hoffentlich trocken und warm. Wenn das nicht hilft, wird in diesem Blog in einem knappen Jahr ein ähnlicher Artikel stehen, in dem ich mich über hochpreisige Winterstiefel beklage.

 

Es gibt viele Momente, die mir im Gedächtnis geblieben sind, die Meilensteine der Entwicklung. Als Ditte aus unserem Schlafzimmer in ihr eigenes Zimmer umgezogen ist, als der erste Zahn durchgebrochen ist, als sie zum ersten Mal „Mama“ gesagt hat oder als sie zum ersten Mal gekrabbelt ist. Das sind alles Augenblicke, an die ich mich erinnern kann. Natürlich gibt es noch viel mehr davon, und jeder, der selbst Kinder hat, weiß wie zahlreich diese ersten Male gerade in den ersten Lebensjahren sind. Es passiert ja praktisch alles irgendwann zum ersten Mal.

Aber wann genau war das nochmal?
In der Erinnerung zerfließt das genaue Datum, ja sogar der Monat. Hat sie ihren ersten Zahn mit sechs Monaten bekommen oder erst mit acht? Ich weiß es nicht mehr.
Manches war auch nicht ganz eindeutig. Das erste Entlanghangeln am Schrank – ist das schon gehen? Die ersten Schritte an beiden Händen von Papa – ist das schon gehen? Gerade beim gehen Lernen ist es mir schwer gefallen, ein festes Datum zu finden. Ich hatte immer erwartet, Ditte würde eines Tages einfach wissen, wie es funktioniert und aufstehen und losgehen. Stattdessen war es ein langer, zäher Prozess mit viel kindlichem Ärger, teils ängstlichen, teils mutigen Versuchen und vielen kleinen Fortschritten. Laufen kann sie inzwischen, statistisch gesehen war sie auch zeitlich richtig dran, aber wann sie ihren ersten Schritt gemacht hat – ich weiß es nicht mehr.

Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, mir alles genau zu merken.
Gemerkt habe ich mir alles. Die Nächte mit den kullernden Tränen, wie die Globuli gegen Zahnschmerzen schmecken – ich habe sie natürlich probiert – und das erste Mal Zähne putzen mit der Massagebürste, obwohl noch gar keine Zähne da waren. An all das habe ich eine klare Erinnerung, nur nicht an das Datum. Es war in Dittes ersten Lebensjahr, irgendwann in der zweiten Hälfte, aber wann genau…

Ich weiß es nicht mehr.
Dann bewundere ich alle Menschen, die sich die wichtigen Daten im Leben ihres Kindes aufgeschrieben haben.
Nein, ich beneide sie. Ich beneide sie um ihren wertvollen Zahlenschatz, und wünschte ich hätte auch einen angelegt. Aber damals dachte ich, ich würde mich selbstverständlich an alles erinnern. Tue ich eigentlich auch, nur nicht daran, wann es genau war. Ich habe mir fest vorgenommen, künftig alles Wichtige im Leben von Ditte aufzuschreiben – mit Datum.

 

Kindliches Verständnis der Notwendigkeit von Zahnpflege:
„Und dann kommt der Yakari  (= Indianerjunge aus Comicfilm) und Kleiner Donner (= dessen Pferd), und die essen meine Zähne auf. Und der Bakter auch.“

 

 

 

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